Juventa Jynx 813
rm, als praekeotu» eoliortis in das äußerste Ägypten. Unter Trajan kam er nachRom zurück und starb daselbst in seinem 82. Jahre. Ec gehört zu den kräftigstenund beißendsten Satyrikern der Römer. Er hat 16 Satyren geschrieben (die Echt-heit der letztem wird jedoch bezweifelt), in welchen er die Thorheiten und verdorbenenSitten seiner Zeit züchtigt. Sein Styl ist nicht so elegant, sein Charakter nicht soheiter und launig als der Horazische, aber auch nicht so dunkel und ernst als derdes Persius, und verräth oft den Rhetor. Die besten Äusg. sind von Henninius(Utrecht 1685, 4.; Leyden 1695, 4.), und die neueste von RupertisLpz. 1801,
2 Bde.), und abgekürzt Göttingen 1804, 2 Bde. Man hat deutsche Übersetzungenvon C. Fr. Bahrdt (Dessau 1781, und öfter), von Q Gr. v. Haugwitz (Leipzig1818), von Donner (Tüb. 1821). Prof. Fabre de Narbonne hat J.'s Satyrenin stanz. Verse übersetzt und nebst dem Texte mit erklärenden Anmerkungen (Paris1825, 2 Thle.) herausgegeben.
Juventa, Juventas, bei den Römern die vergötterte Jugend, abernicht mit Hebe'zu verwechseln, da sie kein individuelles, sondern ein abstcactesWesen ist. Sie hatte auf dem Capitol eine Capelle und eine eigne, von Jünglingenbegangene Feier. Auf Münzen sieht man sie mit einer Opferschale in der Linken,und mit der Rechten Weihrauch auf einen Dreifuß streuend, weil die Jünglingeihr, wenn sie die Erstlinge des keimenden Bartes weihten, ein Weihrauchopferbrachten. <
Jynx, Tochter des Pan und der Ercho, oder der Pcitho (der Suada derRömer). Sie verführte den Jupiter zu dem Liebeshandel mit der Jo. Zur Strafedafür verwandelte sie Juno in einen Vogel, den sogenannten Wendehals (1/nxtorguill»), dem noch immer die Kraft inwohnte, theils selbst zur Liebe zu reizen,theils Andre zu Liebesverständnissen zu bewegen. Als die kolchische Medea mitLiebe zu Jason bethört werden sollte, verehrte diesem Aphrodite den ZaubervogelJynx, und lehrte ihn, wie er denselben auf ein Zauberrad legen und gegen die Me-dea gebrauchen müsse. Von dieser Zeit an war die Jynx ein Theil des Zauberap-parats bei den griechischen Liebesbeschwörungen. Die Zauberin band diesen Vogelan ein vierspeichiges Rad, welches sich mit Zaubergesang umdrehte; nach einerandern Sage spannte sie die ausgezogenen Eingeweide des Vogels um das Rad.Ein drittes Verfahren bestand darin, daß die Zauberin den Vogel an einer wächser-nen Rolle über Kohlen zergehen ließ. So soll auch der magische Kreisel, dessen sichdie Zauberer bedienten, ebenfalls Jynx geheißen haben, weil dieser Vogel, oder dochdessen Gedärme, darüber gespannt war. Die bildende Kunst brauchte sie als Sym-bol der Überredungskünste zur Liebe, und zwar besonders zur buhlerischen Liebe.In der Folge ward die Bedeutung der Jynx verändert. Was ursprünglich bethö-renden Liebeszauber bedeutet hatte, das ward nun zum allgemeinen Symbol fürjeden Zauber der Musenkünste, für jeden süßbethörenden Reiz der Dichtkunst undder Tonkunst. Man nannte die Jynx in dieser letzten Bedeutung auch Keledon(Nachtigall), um den edlem Begriff desto bestimmter auszudrücken, und so erscheintsie auf dem Grabmale des Sophokles und am Tempel des pythischen Apollo.
Eonv.-L<x. Siebente jlufl, Vb. V. f
52