Druckschrift 
5 (1830) H bis Jod
Entstehung
Seite
798
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Jupiter

Er ist ferner Regierer und Lenker der menschliche» Schicksale und hält inHand eine Wage, womit er Jedermann Gutes und Böses zuwagt. Auch st^»in seinem Palaste 2 Urnen: in der einen ist das Böse, in der andern das GunBald gibt er den Sterblichen aus beiden vermischt, bald aus jeder allein. Nichts-destoweniger ist er selbst wieder dem Schicksale, einem unbekannten, in Du,ichsich hüllenden Wesen, unterworfen. Er ist der weiseste aller Götter und Mensch!».Minerva fitzt stets zu seiner Seite; er faßt seine Entschlüsse ohne Andrer Beihüls,und wem er sic nicht offenbart, dem bleiben sie unerforschlich. Mit seinem Rachesteht er den Menschen bei, weswegen er auch der Ertheiler wohl überlegten Rachzheißt. Er ist wahrhaftig, seine Versprechungen sind unwiderruflich und untriigilich; er kennt alle Schicksale der Menschen; er hört die Eide der Sterblichen, dHsic bei ihm schwören, und rächt den Meineid aufs strengste. Jede UngerechtiMund Harte ist ihm verhaßt. Wer den um Vergebung bittenden Beleidiger lchi-ketes) nicht aufnimmt und ihm nicht vergibt, den straft der Jupiter Hiketesisi.'Ec ist gütig und liebreich, und will, daß die Menschen ebenso einander begegne»sollen. Daher heißt er auch Jupiter Lcm'oS, der Schützer der Fremdlinge. DiishIdeen vom Jupiter, die man, obgleich noch auf Örtlichkeiten eingeschränkt, sWbei Homer und den Dichtern seines Zeitalters findet, wurden in der Folge immrmehr entwickelt, sowie die Bildung der Griechen fortschritt und eine reinere Phils-sophie sich zu verbreiten begann. Hiermit verband man die historische Sage, nachwelcher Jupiter auf der Insel Kreta, und zwar auf dem Berge Jda, geboren underzogen war; denn ein Orakel des Uranus und der Gäa hatte der Rhea den Ra,sterthcilt, ihren Sohn auf jenem Berge zur Welt zu bringen, damit er nicht umKronos verschlungen werde. Doch soll Jupiter auch zu Messene, Theben, Oleiiosin Ätolien, ÄgäainAchaja, auf dem Berge Lpkros, oder auf dem Dikte in Kreditauf dem Berge Lycäus in Arkadien (wo die Höhle gezeigt wurde, in welcher seineMutter mit ihm niederkam) geboren sein. Ebenso verschieden sind auch die!richten von dem Orte seiner Erziehung. Nach Homer erzog ihn Gäa und verbaegihn während der Nacht in einer Höhle des waldigen Gebirges Argäus; Taubnibrachten ihm Ambrosia. Die Arkadier und Messenier ließen ihn durch Nymphe»!erziehen, welche ihn von den Kureten erhielten und in dem Brunnen Klepsydrabadeten. Nach einer ander» Erzählung soll die Mutter das Kind den Kureten üba-gebcn haben, welche Letztere es durch die Nymphen Jda und Adrastca warten lie-ßen, und durch dasAusammenschlagftr ihrer Schilder beständig ein solches Geräuschmachen mußten, daß Kronos das Kind nicht schreien hörte. Statt des Jupiterverschluckte darauf dieser einen in Ziegenfell gewickelten und mit Honig bestrichene»Stein. Nach Andern waren die Töchter des kretischen Königs Melissas, Amaitlmund Melissa, seine Erzieherinnen, welche ihn mit der Milch einer Ziege, Am»!thea (s. d.) nährten, deren Horn Jupiter in das Fruchthorn verwandelte. Erwuchs schnell heran. In einem Jahre war er schon im Stande, zur Ausführungeines Plans, den die Mutter gegen seinen Vater entworfen hatte, behülfüch Bsein. Von der Metis (Göttin der Klugheit) bekam Jupiter ein Brechmittel, U'^,ches er dem Kronos cingab. Dies that eine so gute Wirkung, daß er alle seine bigdahin verschluckten Kinder wieder von sich gab, auch den zuletzt verschluckten Steinswelchen Jupiter zum Andenken bei Pytho, am Fuße des Parnassus, niederleglefNun schritt er zur Entthronung seines Vaters. Die ältesten Söhne des llruuusDund der Gäa, die Eentimanen und Cyklopen, waren in dem Tartarus hart geEseit, und das Ungeheuer Kampe bewachte den Eingang desselben. Dieses tvdtelelJupiter auf den Rath der Gäa und bcfreiete die Gefangenen. Aus Dankbarkeiffbewaffneten diese den Jupiter mit dem Blitze, der bis dahin in der Erde verborgengelegen hatte, den Neptun mit dem Dreizack und den Pluto mit dem unsichlb.'^»lachenden Helme. Darauf entthronte er seinen Vater, ven er mit demselben ME