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Improvisatoren
sich gesellten. Leo X. liebte sie sehr und versammelte die Gelehrten gern an sei»!-Tafel. Unter ihnen war Andrea Marone, ein großer Improvisator, sein sich-ling. Die gleichzeitigen Schriftsteller erzählen Wunder von seinem Talente.drian Vl, der die Dichter als eine Art von Abgöttern ansah, vertrieb ihn vomBttican, wo Leo ihm seine Wohnung angewiesen hatte-, Clemens Vll. aber rief ihizurück. Ein andrer Improvisator, Namens Querno, machte bei Leo eine Art vrHofnarren. Bei Tafel erhielt er, der den Wein nicht wenig liebte, aus desstcs eignem Glase zu trinken, unter der Bedingung, daß er auf jeden aufgegebcimsGegenstand wenigstens zwei lateinische Verse machen sollte; waren diese schlM,lso erhielt er wenigstens die Halste Wasser unter seinen Wein. Spottweise ria«!Leo ihn den Erzpoeten (Arcinpuöta). Nach Leos Tode hörte man auf, in buchirischer Sprache zu improvisiren, denn alle gute Köpfe schrieben jetzt in der li»^vol^are, unv die Improvisatoren folgten nach. Es laßt sich erwarten, daßllidadurch um Vieles zahlreicher wurden. Nur einige der berühmtesten machen >r^namhaft. Der Erste ist Silvio Antoniano, 1540 zu Rom in niederm Sw!geboren, durch seine Talente aber zur Würde eines Cardinals erhoben. Ec »jein gelehrter Kenner der alten Sprachen und in allen Wissenschaften wohl de«dert. Wegen seines Talents zu improvisiren nannte man ihn koötlno. Emshatte er an einem schönen Frühlingsabend auf dem Lande, mitten in einer ßb!zahlreichen Gesellschaft, in einem Lustwäldchen zu improvisiren angefangen, >il!seine Nachtigall, gleichsam von seinem Gesänge herbeigezogen, sich auf einen»,ihmBaum setzte und, wie von einer schönen Eifersucht ergriffen, mit ganz besondneLebhaftigkeit zu schlagen anhob. Das Erstaunen der Zuhörer bei diesem unm»tcten Wettkampfe gab den Versen des Dichters neuen Reiz, und dieser, von dmeignen Umstande selbst begeistert, verließ denvorher behandelten Gegenstand, iMidiisich an die Nachtigall und pries die Schönheit ihrer Stimme und die Anmuth ihnl?Gesanges in so rührenden und harmonischen Versen, daß alle Zuhörer bis zu Thwjncn gc.rührt wurden. Einer der berühmtesten Improvisatoren aber war der RillePerfetti, geb. 1680 zu Siena, und 1747 zu Rom gestorben. Wir besitzen»^Fabroni eine Biographie dieses Dichters, und von seinen improvisictcn Gedichtesind 1748 zwei Bde. erschienen. Sein Vortrag war klar, über jeden Gegenst«!wußte er eigenthümlichen Schmuck zu verbreiten, und da er ein unglaubliches Eldachtniß besaß, so drängte er am Ende den Inhalt seines ganzen Vortrags iiiNnige Verse zusammen. Er hatte dabei das Ansehen eines Begeisterten undgewöhnlich am Ende vor Erschöpfung bewegungslos und halbtodt. Er recilii^seine Verse singend, um Zeit zum Überdenken zu gewinnen und das Maß besser lfhalten, und ließ sich anch wol von einer Guitarre begleiten. Sein liebstes Msmaß war die'Ottave. Der glorreichste Tag seines Lebens war der, an welchem«(unter Benedict XIII.), durch Verwendung der Prinzessin Molanta von Bai«.!auf dem Capitol die Lorberkrone empfing : eine Ehre, die damals um so schmeichlfHafter war, da sic durch Verschwendung noch nicht an Werth verloren hatte, dmnur Petrarca und Tasso waren bis dahin dieser Ehre würdig geachtet worden.römische Bürgerrecht und das Recht, die Lorberkrone seinem Wappen beizufüg»!waren neue Auszeichnungen für ihn. Metastasio zeigte ebenfalls von früher Fgend an ein seltenes Talent zu improvisiren, allein die Ausübung dieses TM-!war bei ihm eine gewaltsame Anstrengung der Natur. Hatte er eine Zeit lang m>«provisirt, dann fühlte er alle seine Kräfte erschöpft, man mußte ihn zu Bette br»gen und durch Reizmittel wieder beleben; seine Kräfte aber kehrten unter 24 Smden nie zurück. Ec mußte daher, um sein Leben zu erhalten, einer so gefährlich«'Kunst entsagen. Übrigens hat es auch an Frauen nicht gemangelt, welche di>«Talent in einem hohen Grade ausgebildet hatten. Quadrio gedenkt dreier berühr« jten Jmprovisatricen, der Cecilia Michel! von Venedig, der Giovanna de