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5 (1830) H bis Jod
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Imprägnation Improvisatoren 4K5

gleichbedeutend. In noch spätem Zeiten erhielt er ganz die Bedeutung, die wir mitdem Worte Kaiser verbinden. Aber auch triumphirenden Generalen wurde dieserTitel noch bcigelegt, und in diesem Falle hatte er die alte Bedeutung. Die Kaiser^ scheinen ihn vornehmlich deswegen bekommen zu haben, weil alle Feldherren alsunter ihnen stehend betrachtet wurden. Au den Zeiten der Republik setzte man die-^ sen Titel hinter oen Namen, z. B. 6ivero imperator; als Titel der Kaiser stand^ er jedoch vor dem Namen. Imperator war bei den Einwohnern von Präneste auch

" ein Beiname des Jupiter, dessen Bildsäule von T. Quinctius, als dieser Präneste

eroberte, mit nach Rom genommen und im Tempel des capitolinischen Jupiteraufgestellt wurde.

Imprägnation bezeichnet in der Chemie die Vereinigung gewisse,!" Substanzen, wenn sie sich bei der Auflösung verschlucken, hauptsächlich die Auf-^ lösung der Salze und Gasarten in Wasser und andern Flüssigkeiten. Wenn man

^ sagc, eine gewisse Quantität Wasser wird von einer großen Quantität Salz i m -

prägnirt, so ist es ebenso viel als: das Salz wird vom Wasser bei der Auflösung^ verschluckt. U. I-

* Improvisatoren (linprovisatori) heißen in Italien Dichter, welche

^ aus dem Stegreif über jedes ihnen aufgegebcne Thema ein Gedicht zugleich verfer-tigcn und declamircn (improvisiren) oder, mit einem Instrumente sich bcglci-tend, singen. Bei den wichen Völkern, wo die Phantasie stärker, lebhafter undungezahmter ist, findet sich die Gabe des Jmprovisirens ziemlich allgemein, beson-^ ders durch Musik angeregt (z. B. bei vielen Negerstämmen), und aus mehren" Stellen der Alten läßt sich schließen, daß die ältesten griechischen Dichter nichts An-"" dres als Improvisatoren waren. In Neueuropa scheint das Talent des Jmpro-Visums ein natürliches Erzeugnis des italienischen Bodens zu sein; doch auch Spa-^ nicn, besonders Valencia und Minorca, entbehrt die beredten Zeugen einer poeti-" schm Nationalität nicht. Nachdem die improvistrte Dichtkunst zugleich mit derprovmyalischen im 12. Jahrh. in Italien eingewandert war, scheint auch Petrarcadiese Kunst ausgeübt zu haben; wenigstens ist von ihm bekannt, daß er die schöne^ Sitte der improvisirenden Dichter, die Sitte, den Gesang mit der Laute zu bcglei-" te», in Italien eingeführt hat. Seit Wiederherstellung der Wissenschaften gab esin Italien Personen beiderlei Geschlechts, welche Gedichte, selbst von bedeutendem^ Umfang, aus dem Stegreife componirten. Zuerst bediente man sich hierzu der! lateinischen Sprache, welche bis zu Ende des 15. Jahrh. die Sprache der Gelehr-

! tcn war. Besonders leidenschaftlich war die Liebe zur improvistrten Poesie unter

^ Leo X. und an den Höfen zu Urbino, Ferrara, Mantua, Mailand und Neapel."> Ewer der ältesten dieser Improvisatoren war Sera sin o d'Aquila, geb 1466,

" gest. 1500, ein jetzt vergessener Dichter, der aber bei seinem Leben mit Petrarca/ an Ruhm wetteiferte. Doch übertraf ihn der gleichzeitige Bernardo Accolti,de, Einzige von Arezzo (l'unico ^rotino) zubenannt. Wenn cs hieß: der Ein-, zige recitire seine Verse an einem öffentlichen Orte, so kam Alles in Bewegung, dieLäden wurden geschlossen, die Geschäfte verschoben, und Gelehrte und Ungelehrteströmten ihm zu. Fast nicht mindern Ruhm hatte der florentinische Improvisator" Eristoforo, der Erhabenste (elltiaaimo) zubenannt. Unter den Improvisatoren> gegen Ende des 15. und zu Anfänge des 16. Jahrh. waren Nicolo Lconiceno, Ma-' "o Filelso, Pamsilo Sassi, Jppolito von Ferrara, Battista Strozzi, Pero, Ni-j colo Franciotfi, Ccsare da Fano. Drei Improvisatoren jener Zeit waren blind,Crifloforo Sordi, Aurelio Brandolini und sein Bruder Rafaello. Es scheint, diegriechischen Gelehrten, welche zu Anfang des 16. Jahrh. von Konstantinopcl nachItalien flüchteten, verbreiteten daselbst mit dem Geschmack an ihrer Sprache undLiteratur auch ihre Gebräuche. In verschiedenen Städten Italiens führte manj lene Symposien ein, bei denen zu den Freuden der Tafel die Freuden deS Geistes