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Illyrier, Jllyrien
nia und Dalmatia eingetheilt. Diese Provinz erhielt einen glänzenden Nnmen inder Geschichte der römischen Kaiser, deren mehre in ihr geboren worden sind. See-räuberei war ein Haupterwerbszweig der Illyrier, deren Könige daher mit den Rö-mern schon früh in Streitigkeiten verwickelt wurden, welche endlich die Unterjochungder Illyrier unter ihrer Königin Teuta, 228 vor Chr., zur Folge hatten. Das wildeVolk suchte zwar von Zeit zu Zeit die Fesseln abzuschütteln, allein von Casar ge-schlagen und von Augustus, Gcrmanicus und Tiber gänzlich entkräftet, wurde dasLand endlich eine römische Provinz, behauptete aber auch als solche einen bedeuten-den Rang im großen Staate. Der Name selbst, dem im 4. Jahch. das Beiwortmag»»,» zugegeben wurde, umfaßte jetzt fast alle gegen Morgen gelegene römischeProvinzen. Bei derTheilung des römischen Reichs kam Jllyrien zu dem abendlän-dischen Kaiserthume, bei dessen Verfall (476) es an die morgenländischen Kaiserfiel. In der Mitte des 6. Jahrh. ließen slawische Colvnisten aus Rußland und Po-len sich dort nieder, denen es bald gelang, sich von der schwachen byzantinischen Re-gierung unabhängig zu machen. So entstanden die kleinen Königreiche Dalmatienund Kroatien. Zwar unterwarfen die Kaiser 1020 sich diese Provinzen wieder,allein 20 I. darauf errangen sie ihre Unabhängigkeit aufs Neue. Vcnetianec undUngarn machten (1090) sich ebenfalls zu Herren kleiner Ländertheile Jllyricns.1170 entstand dort das Königreich Rascian, aus welchem 200 I. später Bosniensich bildete. Dalmatien kam anfangs an Venedig, ward aber 1270 größtentheilsein Raub der Ungarn, die bis an das schwarze Meer vorgedrungen waren. Dochsowol diese als Venedig verloren beinahe Alles an die Türken, denn nur ein kleinerTheil von Dalmatien verblieb Venedig, und Ungarn nur Slawonien und ein Theilvon Kroatien. — Der Friede von Campo -Formio (17. Oct. 1797) brachte dasvenetianische Dalmatien nebst seinen Inseln bis Cattaro unter Ostreichs Herrschaft.12 Jahre später trat das alte Jllycicum aufs Neue in die Gegenwart ein. „DerKreis Villach, Kram, das ehemalige östr. Istrien, Fiume und Triest, die Länder,welche unter dem Namen Litorale bekannt find, und Alles, was uns auf dem rech-ten Saveufer überlassen ist, Dalmatien nebst seinen Inseln, sollen künftig den Na-men Jllvrische Provinzen führen". Also deccetirte der damalige Kaiser der Fran-zosen am 14. Oct. 1809. 15 Monate hatte dieses Interim gedauert, währenddessen Jllyrien noch einen Zuwachs von 31 fstM. durch einen Theil des von Baicrnabgetretenen italienischen Tirols erhalten hatte, als am 15. April 1811 ein kaiserl.franz. Decret erschien, das die Organisation der illyrischen Provinzen in militairi-schcr und finanzieller Hinsicht definitiv regulirte. Das Land, abgesehen von seinenbedeutenden Handelsstädten und Seehäfen, welche der Seemacht eines Reichs, wiedas französische werden sollte, sehr wichtig waren, bot große innere Hülfsquellendar. Auch die Einwohner paßten gut in Napoleons Plan, durch das Schwert sichzum Alleinherrn zu machen, denn sie sind größtentheils von roher, kriegerischer undwilder Natur. Seit 1815 ist Jllyrien ein östr. Königreich und nebst dem davon ge-trennten Königr. Dalmatien (s. d.) der Grundpfeiler von Ostreichs Seemacht1825 wurde auch der klagenfurtcr Kreis, also das ganze Land Kärnthen, dem lai-bacher Gubemium zugetheilt, folglich Jllyrien einveclcibt. In diesem illyrischcnGubernium ist die Eisen- und Stahlfabrication äußerst wichtig. Das illyrischeKüstenland besteht seit 1825, außer dem Commercialgebiete Triest, nur aus 2Kreijen, dem Görzcr und Jstrianer. Das Jstrianer Krcisamt hat jetzt seinen Sitz, in Mittcrburg. Das Königreich Jllyrien enthält'auf 431 UM. in 35 Städten,59 Marktflecken, 7891 Dörfern, 897,000 Einwohner, meistens Slawen, Mor-lachen und Deutsche. Es wird von 2 Gubernien, zu Laibach (s. d.), Hauptstadtdes Königreichs, und zuTriest (s. d.), verwaltet. Dem Geogr. und Statist, ist R.^v. H.g.'s „Reise durch das östr. Jllyrien, Dalmatien und Albanien im I. 1818"A(Meißen 1822 2 Thle.) zu empfehlen. !.
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