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5 (1830) H bis Jod
Entstehung
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454 Hyalurgie Hyde de Neuville

Festigkeit dieser Masse ist gar kein Zerspringen zu befürchten, wie dies beim engli- !schen Wedgwood der Fall ist, wenn man zu heiße Getränke in denselben gießt. Dieaus Hyalith verfertigten Geschirre sind von verschiedener Art, geschliffen oder ge-schnitten, mit und ohne Vergoldung, und machen einen interessanten Luxus-artikel aus.

Hyalurgie, derjenige Zweig der technischen Chemie, welcher Glas berei-ten lehrt. (Vgl. Glas.) Die Kalke derunedeln Metalle, insofern sie sichnichl !verflüchtigen, schmelzen in einer gewissen Hitze, welche meist die Glühhitze über-steigt, zu Glas, und können in diesem Zustande sogar Etwas von den Oxyden edlerMetalle in sich aufnchmen. Die Gläser selbst sind ebenso verschieden als die Me-talle, aus denen sie entstehen. Die Verschiedenheit spricht sich nicht nur aus inder Leichtigkeit ihrer Darstellung, sondern auch in der Dauerhaftigkeit der Gläser,und vorzüglich in der Farblosigkeit und Färbung derselben. Metallkalke oder Oxyde,die für sich allein schwer zu Glase fließen, thun es leichter, sobald sic, mit andernOxyden vermischt, der Hitze ausgesetzt werden. Mehre fließen nämlich sehr leicht,wie z. B. Pottasche, Natrum rc. Diese dienen als Zuschläge oder Schmelzmittelder andern strengflüssigern. Einige geben farbenlose durchsichtige Gläser, wohinvor Allem die Kieselerdeizehört, sodaß unser gemeines Glas hauptsächlich aus Kie-selglas besteht. Sehr viele liefern farbige Gläser, z. B. das Eisen ein grünschwar-zes Glas, als hohes Oxyd ein gclbrothes, Braunstein ein violettes, Blei ein gel-bes, Kobalt ein schwarzblaues, Kupfer ein braunes oder grünes, Zinn ein undurch-sichtiges. Aus Gemischen entstehen andre Farben, auch wol Farblosigkeit; sowird das Rothgelbe oder Gelbgrüne des Eisens durch das Violett des Braunsteinachromatisirt; ein andres Mengenverhältniß führt Schwarz herbei. UngefärbteGläser können die Farbe andrer verdünnen und angenehmer machen. Bleikalk gib!u. a. dem Kieselglas einen bedeutenden Diamantglanz , ein solches Glas wird alsStraß zu künstlichen Diamanten verwendet. Durch andre färbende Oxyde lassensich diese Producte den Rubinen, Granaten, Sapphiren ähnlich machen und be-kommen den Namen der Flüsse. Da Bleikalk und andre leichtflüssige Oxyde als - .Überzug, Glasur, über Thongefäßc benutzt werden, so gehört dieser Gegenstand ^auch hierher. Was im gemeinen Leben gewöhnlich Glas heißt, ist 1) entwe-der gemeines, grünes Fenster-oder Crownglas, und 2) Krystall - oder Flintglas.Beide unterscheiden sich in der Stärke der farbigen Ränder, welche sie den durchgehenden Bildern Heller Körper ertheilen; aber auch durch die Verrückung dieserBilder (Brechung). (Vgl. Fraunhofer.) Beide Arten werden durch langes 'Glühen zu Fritte bearbeitet und nachher in thönernen Hafen und gewölbten Ofengeschmolzen. Mittelst eiserner Pfeifen bläst man das Glas zur Blase und gibtdieser nachher die gewünschte Gestalt. Krystallglas verlangt ungefärbten Kiesel ^und reine Flußmittel, diemeist in Kreide, Arsenik, Bleikalk oder Pottasche, auchin mehren zugleich bestehen. Oder man nimmt Salze, deren einer Bestandtheilein solches Flußmittel ist, deren zweiter sich im Feuer verflüchtigt, wie das Glau-bersalz, der Gyps rc. Viele Gegenstände, die man aus Krystallglas bereitet,müssen gegossen werden; hier ist cs wichtig, zu wissen, daß die darin enthaltenenschweren Oxyde sich beim Gestehen zu Boden setzen, daß also eine und dieselbe ge-gossene Glasmasse verschiedenartige Eigenschaften an verschiedenen Punkten habenkann. In neuern Zeiten ist durch die Ausbildung der Glasmacherkunst die Vcr-ferrigung dioptrischer Werkzeuge sehr vervollkommnet worden. 81.

Hyde de Neuville (Paul, Graf v.) gehörte während der Revolutionund der kaiserl. Regierung zu Denen, die sich durch geheime Umtriebe gegen die da-mals bestehende Macht in Frankreich auszeichneten. Seit der Restauration hielter sich zu den Gliedern der äußersten rechten Seite in der .Deputirtenkammec. Geb.zu Charit«-sur-Loire, woselbst sein Vater, der ihm ein bedeutendes Vermögen