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5 (1830) H bis Jod
Entstehung
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2 Haargefäße Habakuk

und ungefärbt, und gibt dem Haare die große Dauer gegen die Einwirkung derLuft und Witterung, sodaß es der Verwesung Jahrhunderte lang trotzt. Unterdiesem Überzüge liegen mehre äußerst feine Röhren dicht neben einander, welchenicht nur unter sich, sondern auch mit diesem in Verbindung stehen und ein auseiner flüssigen und einer weichen festen Substanz bestehendes Mark enthalten. Jeneist zähe und gibt dem Haare seine Farbe; diese ist ein unendlich feines Gewebe vonglänzenden Fasern, das aus der Zwiebel seinen Ursprung nimmt. Zwischen denHaaren der einzelnen Thiere findet eine außerordentliche Verschiedenheit statt, so-wol in der Länge, der Feinheit, der Farbe, der Biegsamkeit und Geschmeidigkeit,als auch in dem Vau. Bei den Pflanzen, besonders an dem Stängel, auf dmBlättern, den Kelchen, den Blumenblättern und der Frucht finden wir gewisse,dem Haar ähnliche Fasern, an denen wir eine ebenso große Verschiedenheit wiean den Thierhaaren wahrnehmen. Einige verhärten sich zu Stacheln und gleichenden Borsten, andre sind glatt, fein und weich, noch andre gleichen der Wolle re.Auch sie sollen vermuthlich die zarte Oberfläche der Pflanze schützen, haben aber,wenigstens in vielen Fällen, noch die Bestimmung, die in der Luft enthaltenenund die Gewächse nährenden Feuchtigkeiten einznsaugen.

Haargefäße, Haargefaßsystem, die letzten Endungen derSchlagadern, welche ihrer außerordentlichen Feinheit wegen mit einem Haare ver-glichen werden, und aus welchen, auf eine noch nicht gehörig bekannte Weise, dieAnfänge der Venen entspringen. Der Charakter der Arterie und der Vene ist da-her in diesem Haargefäßsystem erloschen, aber die Ernährung der festen und dieBildung der flüssigen Theile geht in ihm vorzugsweise vor sich.

Haarröhren sind gläserne Röhren, deren Höhlung etwa den Durch-messer eines Pferdehaars oder wenig darüber hat, und die an beiden Seiten offensind (welches eine unerläßliche Bedingung ist, weil, wenn das Röhrchen obennicht offen wäre, die cingeschloffcne Luft sich dem Versuche widersetzen würde).Stellt man eine solche Röhre mit der untern Öffnung in eine Flüssigkeit, die aufGlas zerfließt, so steigt die Flüssigkeit darin auf und erhebt sich über das Niveauder äußern Flüssigkeit zu einer größer»! oder geringer»! Höhe, nach Maßgabe derEnge des Röhrchens und der Natur der Flüssigkeit. Solche Flüssigkeiten dagegen,welche »ms dein Glase nicht zerfließen, steigen auch in der Röhre nicht auf; undQuecksilber z. B., welches unter sich stärker als mit dem Glase zusammenhängt,steht in der Röhre sogar niedriger, als außer derselben. Der Grund dieser merk-würdigen Erscheinung, welche in der Natur unzählig oft, namentlich bei demAufsteigen der Säfte in den Röhren der Pflanzen vorkommt, wird von den Phy-sikern in dem Gegenzuge zwischen den denkbar kleinsten Theilchen der Materie, un-ter Voraussetzung einer gewissen Verwandtschaft der betreffenden Stoffe gesucht,deren Abneigung hingegen den uingekehcten Erfolg bedingt. Analytische Untersu-chungen darüber hat angestelltLaplace in s. ,,1'llvorie ,Ie Uaction capillsire" (Pa-ris 1806, 4.) undSupplement" dazu (ebend. 1807, 4.), auch als Anhangzum 3. Bde. s.Neeiniüiue eeleste". (Vgl. Adhäsion.)

Habakuk, ein jüdischer Prophet im letzten Jahrh. des Reichs Juda, um600 v. Ehr., hat ein Gedicht von hohem lyrischem Schwünge hinterlassen. Klagenüber die schrecklichen Verwüstungen der Chaldäer in Judäa und über den nahenUntergang dieses Reichs, Tröstungen und frohe Aussichten auf künftige Demü-thigung der Sieger und neues Glück der Juden sind der Inhalt desselben. DerGenius dieses Dichters erregt die Bewunderung Aller, die seine Schönheiten zufassen vermögen. Bei aller Kühnheit, Glut und Fülle seiner Einbildungskrafthat doch seine Sprache eine seltene Reinheit, und seinVersbau einen Wohllaut, derauch Denen, die nicht an das hebräische Idiom gewöhnt sind, fühlbar wird. Alleseine Worte sind Charakter und Leben, cs gibt nichts Furchtbareres, wo er schrecken,