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Lustspiel Luther
hung des römischen Volks mittelst eines Sühnopfers (»noriüvn»» luütralch, ewelche jedes Mal nach geendigtem Census (s. d.) vorgenommen wurde. Der >Name kann von iuero (in der Bedeutung von solverv, weil bei dieser Gelegenheitalle öffentliche Pachtungen an die Censoren bezahlt werden mußten), oder auch vonInstraro (aussöhnen, weil nach geschehenem Census das allgemeine Sühnopfer fürdas römische Volk dargebracht ward) abstammen. Das Opfer bestand in einemStiere, einem Schweine und einem Schafe oder Widder (suovvtaurilia). DerWidder war dem Jupiter, das Schwein der Ceres und der Stier dem Mars gewid-met. Die feierliche Handlung selbst nannte man Iiwtruin vomiere. Da dieseLustration am Ende eines jeden 5.Jahres angestellt wurde, so bedeutet lu^trum ^auch eine Periode von 5 Jahren.
Lustspiel, s.Schauspicl.
Luther (Martin), der größte Mann des 16. Jahrh., geb. den 10. Nov.
1483 zu Eisleben. Sein Vater, Hans Luther, ein Bergmann, kam späterhin zuMansfcld (wohin er 1484 gezogen) in den Rath. Martin wurde von ihm mitStrenge zur Gottesfurcht erzogen und im 14. Jahre zuerst nach Magdeburg,
1498 aber, weil er hier keine Unterstützung fand, nach Eisenach auf die Schulegeschickt, wo er anfangs sein Brot als Currcndeschüler mit Singen vor den Thü-ren verdienen mußte, bald aber zu einer bemittelten Verwandten seiner Mutter inPflege kam. Hier machte er unter der Leitung des Rectors Trebonius schnelleFortschritte im Latein und in den übrigen Schulwissenschaften, sodaß er 1501 die ^
Universität Erfurt beziehen, 1503 daselbst Magister werden und sich durch Vorle- !
sungcn über die Physik und Ethik des Aristoteles nützlich machen konnte. Um diese fZeit entdeckte er auf der Universitätsbibliothek eine latein. Bibel und sah mit nichtgeringer Freude, daß sie mehr als die gangbaren Abschnitte enthüll. Nach demWillen seines Vaters dem Rechtsstudium gewidmet, wurde er durch diese nähereBekanntschaft mit der Bibel, von der damals auch die Geistlichen gewöhnlich nurdie evangelischen und cpistolischen Texte kannten, der Theologie geneigt, und derTod eines Freundes, Namens Alexis, der auf einer Reise von Mansfcld nach Er-furt entweder durch den Blitz oder durch Meuchelmord an seiner Seite umkam,bestimmte sein durch den Druck einer äußerst strengen Erziehung und niederbeugen-den Dürftigkeit ohnehin eingeschüchtertes Gemüth, sich dem Mönchsstande zu wid-men , um durch fromme Übungen die Seligkeit zu verdienen, an der er oft gezwei- sfelt hatte. Er ging daher gegen den väterlichen Willen 1505 ins Augustinerklo- .
ster zu Erfurt und unterwarf sich mit schweigender Geduld allen Büßungcn und ,
Erniedrigungen, welche die Ordensobern den Novizen auflegten. Dabei glaubteer noch immer nicht genug zu thun; unschuldig und unverdorben, wie Wenige,quälte er sich selbst mit den schrecklichsten Vorwürfen und siel in eine schwere Krank-heit, in der ein alter Ordensbruder sein geängstigtcs Gewissen beruhigte und ihnauf die Vergebung der Sünden durch den Glauben an Jesum Christum verwies.
Diese damals über dem Dringen der Geistlichkeit auf sogenannte gute Werke und lüber dem Handel der Kirche mit Ablaß beinahe vergessene christliche Lehre brachteneues Licht in Luther's Seele, und die väterliche Milde, mit welcher Staupitz, seinOrdensprovinzial, seine hervorstechenden Talente und Kenntnisse auszeichnete, ihn ivon allen niedrigen Diensten für das Kloster befreite und zur Fortsetzung seiner !theologischen Studien aufmunterte, weckte sein Selbstgefühl. Er erhielt 1507 tdie Priesterweihe und 1508 durch seinen Gönner Staupitz den Ruf als Professorder Philosophie auf der neuen Universität zu Wittenbcrg. Schnell entwickelte sichin diesem neuen Wirkungskreise sein großes Genie. Ohne zu ahnen, welche Er-folge er dadurch vorbereitete, warf er die Fesseln der mit dem hierarchischen Systemdes römischen Stuhles innig verwebten scholastischen Philosophie von sich, machtedie Rechte des gesunden Verstandes geltend und sammelte bald zahlreiche Schüler
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