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6 (1830) K bis L
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Laharpe (Frevenc C^sar)

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glücklich gewesen als er. Unter s. Lobreden steht die auf Heinrich IV. oben an; auchdie auf Fenelon, Racine und Catinat zeichnen sich aus. Nicht von gleichem Werthesind seine Poesien. Zugleich arbeitete L. fortwährend für das Theater, wiewolWarwick" das einzige Schauspiel blieb, das sich eines vauernden Beifalls erfreute.Doch werden s. Übersetzungen desPhiloktet" von Sophokles, und s. SchauspielMelanic" mit Auszeichnung genannt. Außer verschiedenen andern Werken gab L.s. ,,6/eee, ou eour« de littöraturo nuoieiiiiv et moderne" (12, und nach desVss. Tode 16 Bde.) heraus, aufwelchcm s. Ruf besonders gegründet ist. S. ,,4le,».litteraires, OII Oorrespond. riwse", von 1774 bis 1791, mit dem Grafen Schu-waloff für den Großfürsten Paul (4 Bde., 1801, und 2 Bde. Forts. 1807) zogenihm heftige Gegner und eine bittre Satyre (Oorresp. tnrgue") zu. In s.1,/-eoe" findet man durchaus eine geschmackvolle Behandlung und ein gesundes Urtheil,dagegen darf man tiefes Eindringen in die Elemente der Ästhetik und neue, großeIdeen nicht darin suchen, wie er denn in der Würdigung der Erzeugnisse der Dicht-kunst lediglich von dem bekannten Standpunkte der französischen Kritik ausgeht.

^ Auch beurtheilt er die spätern und gleichzeitigen Schriftsteller oft einseitig und un-

j gerecht. Au Anfang der Revolution ein eifriger Demokrat, änderte er im Gefäng-

nisse, in welches ihn die anarchische Partei warf, seine Grundsätze, und ward ein! Anhänger der Kirche und des Königthums. Gleich in den ersten Sitzungen des -

k cee den art8 hatte er den Muth, gegen die Tyrannei des Terrorismus nachdrücklich

s zu sprechen. Am 18. Fructidor 1798 ward er zur Deportation verurtheilt, der er

' jedoch durch die Flucht entging. Nach dem 18. Brum. (9. Nov. 1799) begann er s.

Vorlesungen im Lycee aufs Neue. Kurz vor s. Tode zog er durch freie Äußerungenüber die Verfügungen der Regierung den Unwillen des ersten Consuls auf sich und! wurde nach Orleans verwiesen. Er durfte jedoch bald zurückkehren, und starb d. 11.! Febr. 1803 im 64 I., nach einer langwierigen Krankheit, als ein eifriger Katholik.

Laharpe (Frederic Eesar), Exdircctvr der helvetischen Republik, russi-scher Titular-General, geb. zu Rolle in einer zum Adel des Waadtlandes gehöri-gen Familie, 1754, trat 14 Jahr alt in Ncsemann's Seminarium zuHalden-stein und Bunden, das seine idealen Ansichten von Freiheit und Vaterland nährteund stärkte. Er kam von Haldenstein mit dem Rufe eines Halbwilden zurück. In' den Wissenschaften allein lebte er, unter denen er die Mathematik als die erste be-trachtete. In Genf wurden Saussurc und Bertrand seine Lehrer. Darauf stu-> dirte er zu Tübingen die Rechte und empfing in seinem 20. Jahre den Doctorhut.

d Nicht ohne einen harten Kampf gelang es ihm, aus seiner Ideenwelt in die Wirk-

I lichkeit des beschränkten Geschäftslcbens überzugehen. Er ward Sachwalter bei8 der welschen Appellationskammer in Bern, folgte aber bald der Einladung einesA angesehenen Russen, ihn durch Italien zu begleiten, sah die Wunder dieses Lan-! des, Malta und Sicilien, und begab sich von da, auf des Barons Grimm Vor-schlag, 1782 nach Petersburg, wo er 1783 der Lehrer des damals 7 Jahre alten! Großfürsten Alexander und dessen Bruders ward. Ein so erhabener WirkungskreisI war seines Geistes und Herzens würdig; er widmete sich ihm mit ganzer Seele. In-zwischen brach die französische Revolution aus, deren Fortgang ihm große Theil-nahme einflößte. Auch aus der Ferne wollte er für die Befreiung seines Vaterlan-^ des wirken. Er verfaßte u. a. eine Bittschrift im Namen seiner Mitbürger an diei berner Regierung, worin er ehrfurchtsvoll, aber freimüthig eine Zusammenberu-! fang der Stände zu Abstellung der Mißbräuche foderte. Bald aber brachen Un-i ruhen aus, und die Regierung, die ihn als Mitanstifter derselben betrachtete, setzte» ihn unter die Zahl der Geächteten, und es gelang seinen Feinden, die Verlo-I bungsfeierlichkeiten Alexanders zu seiner Entfernung zu benutzen. Er ging nach« Genf, und wollte in sein Vaterland zurückkehren, als er erfuhr, daß schon derl Befehl gegeben sei, ihn dort zu verhaften. Darüber erbittert, ging er 179<v