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6 (1830) K bis L
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Laclos

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Lacretelle (Pierre Louis)

die Lösung in den heißen Dumpfen des Weingeistes oder Alkohols um vollkommen-sten gelingt, über mun muß sich dazu eines luftdicht vcrschließburen Gesäßes vonsturkem Kupferblech bedienen, worin mun den Kopul, mittelst einer schicklichenVorrichtung, über den Weingeist aufhängt und dünn das Gefäß über Kohlenfeuererhitzt. Gläser springen dabei leicht. Die ätherischen Ölfirnisse nennt mun auchTerpenthinfirnisse, weil Terpenthinöl oder Terpentingeist das gewöhnliche Lösungs-mittel für die dazu gewählten Harze ist. Sunduruk z. B. und Mastix, in Terpen-tinöl gelöst, gibt den gewöhnlichsten Terpenthinsicniß, dessen mun sich zum Luckirender Spielsuchen, z. B. der Puppenköpfe, Thierfiguren u. dgl. bedient. Übrigensist die einer Luckirung zu gebende Farbe ein willkürlich zu wählendes Verschöne-rungsmittel, das, unter Umständen, auch entbehrlich ist. Denn auf Geräkhe z. B.,die aus Holzarten von Werth verfertigt sind, trägt man den klaren, durchsichtigenLack ohne Farbe auf. Will man aber eine farbige Luckirung, so kann man sich jederFarbe dazu bedienen, die sonst auch zum Anstreichen gebraucht und zum Auftragmit Leim - oder Gummiwasser angerieben wird. Die Farbe wird entweder mit demLacke vermischt oder zuvor ohne Lack aufgetragen, welcher Auftrag dann, nach demTrocknen und Abschleifen desselben, lackirt wird. Jede gute Luckirung erfodertmehre Aufträge, wovon jedem besonders die gehörige Zeit zum Abtrocknen gelassenwerden muß, und es erfodert das kunstgemäße Auftragen des Lacks viel Übung, umdie nöthige Ebenheit und Gleichförmigkeit dabei zu beobachten. Sehr belehrendist dieVollständ. Anlcit. zur Lackickunst, oder genaue Beschreib, der besten Fir-nisse und Lackflrnisse, allerhand Beizen auf Holz, Elfenbein, Knochen rc., Berei-tung verschiedener Farben zum Malen er.", von Ehr. Fr. G. Thon (Z. umgearb.Ausg., Ilmenau 1825).

Laclos (Chauderlos de), Vcrf. des berüchtigten Romanslw« liaisons(dieser furchtbare Sittenspicgel jener Zeit erschien zuerst 1782), geb.zu Amiens 1741, war vor der Revolution franz. Artillerieofficier und Sccrctair desHerzogs von Orleans. L. galt in seiner Jugend für einen der geistreichsten und lie-benswürdigsten Männer; und es ist wol nur feindselige Verleumdung, daß er sichin seinem Roman in dem Vicomtc v. Valmont selbst geschildert habe. Andre rüh-men, wenigstens in einer spätern Lebenszeit, die Einfachheit, Redlichkeit und Gut-mütigkeit s. Charakters. Er gehörte zu den Häuptern der sogen. Orleans'schenPartei, wobei er von der Anficht ausging, daß Dynastien, gegen welche Revolutio-nen gerichtet gewesen, sich nicht dazu eignen, die Grundsätze derselben in der Nationzu consolidiren. In den Proceß über die Tage vom 5. und 6. Oct. verwickelt, folgteer dem Herzoge von Orleans nach London. Nach der Rückkehr des Königs von Wa-renneS suchte L. im Jakobinerclubb die Gründung der Republik zu bewirken, in-bein er annahm, daß sie vorübergehend zur Erhebung des Hauses Orleans auf denfranz. Thron führen werde. Beim Ausbruche des Kriegs wurde L. dem alten Luck-ner als Beistand zugegeben. Nach dem Sturze des Hauses Orleans verschwandauch L. von der Bühne. Man konnte sich nicht erklären, wie Robespierre ihnals den erklärtesten Anhänger dieses geächteten Hauses verschonen könne, und so er-fand man die Fabel, daß L. diesem Wolkstribun seine Reden entwerfe. Endlich wardcr verhaftet; er arbeitete im Gefängnisse treffliche Plane für das Geschützwesen aus,erhielt aber erst nach dem O.THermidor seine Freiheit. Man ernannte ihn zum Ge-neralfecretair desHypothekenwesens; derersteConsul stellte ihn wieder als Brigade-general bei derArtilleric an; L. diente in Deutschland und in Italien. Hier starb erin Tarent den 5. Oct. 1808.

Lacretelle. Zwei Brüder, als Schriftsteller rühmlich bekannt, aber inGrundsätzen einander entgegen. 1) Pierre Louis L., der Ältere (gewöhnlichi ai« genannt), geb. 1751 zu Metz, wo sein Vater Advocat war, starb tun5. Sept. 1824 zu Paris. Durch des Generaladvvcaten Servan Meisterwerke zum