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Brei, Milch und Honig sind die Hauptnahrung der Kurden. Bloß nach Konstanti-nopel führen sie jahrl. 1,500,000 Schafe und Ziegen in Heerden von 1500—2000Stück, deren Hirten 15 —18 Monate auf der Reise hin und her zubringen. Dasnördl. Kurdistan führt Getreide, Schwefel und Alaun aus, das wärmere, süd-liche, Getreide, Reis, Sesam, Früchte, Baumwolle, Taback, Honig, Wachs, Man-na und Gallapfel über Smycna bis nach Amerika. Kurdistan hat Sandjacks zuBayasid, Mouch, Wan, Djulamerk, Amadia, Suleihmanieh, Kaca-Teholanund Aahou. Aon allen diesen Statthaltern ernennt die Pforte bloß den zu Wan. ,Jeder ist Obrigkeit einer großen Zahl Stämme seiner Nation, die ihm im Kriege ^Folge leisten, im Frieden aber ganz unabhängig leben. Die meistens von Christenbewohnten armenischen Ebenen leiden jährlich durch die Streifcreicn der Kurden.Bei der Ohnmacht der Pforte, die Armenier zu schützen, sind diese Christen gezwun-gen, immer weiter nach Süden aus ihren Verbergen zu weichen, um dort wiedervon Beduinen oder Wechabiten sich plündern lassen zu müssen. Ihre einzige Hoff-nung ist, daß Rußlands wachsende Heeresmacht an türkischer, kurdischer und persi-scher Grenze dem Ranberwesen der Türken sowie den Bedrückungen der Paschenein Ende machen werde. ^
Kureten, s. Korybanten.
Kurfürsten, von dem Worte koren, küren, wählen, woraus Kur, Chur,Wahl, wurde, waren diejenigen vornehmsten Fürsten des deutschen Reichs, welchen ^das Recht, einen deutschen (römischen) Kaiser oder König zu wählen, ausschließendzustand. Beides, jowol die Wahl als auch das ausschließende Recht der Kurfür-sten bei derselben, bildete sich nach und nach aus. In den ältesten Zeiten, unter denKarolingern, war das deutsche Kaiserthum für die regierende Familie erblich.Nach Abgänge der Karolinger, oder seit Konrad I. (erwählt 911) war Deutschlandein förmliches Wahlrcich, ohne daß man jedoch von der einmal erwählten Familie ,leicht abging. Mit dem Falle der Hohenstausen waren auch die alten großen Her-zogthümec der Baiern, Sachsen, Schwaben, Franken und Lothringen gesprengt,jedoch ihre Ansprüche nicht ganz erloschen. So entstanden 1245 — 56 die 7 Kur-fürsten, die man schon 1256 bei der Wahl des Kaisers Richard von Cornwallisfindet. Diese 7 Kurfürsten waren: 1) Mainz, 2) Trier, 3) Köln, als die ersten !Erzbischöse und Reichskanzler, 4) Pfalz, welcher seine Kurwürde und Stimmevom Herzogthume Lothringen, 5) Brandenburg, der sie vom Herzogthume Fran- 'ken, 6) Sachsen, und 7) Böhmen, welcher dieselbe 1290 von Vaiern, das ei-nige Male nicht auf dem Reichstage erschienen, und dessen Stimme von jenem vcr- ,treten war, erhalten hatte. Zwar verlangten die übrigen Fürsten noch immer ei-nen Antheil an der Kaiserwahl; allein die Kurfürsten behaupteten sich bei ihremBorrechte, das endlich 1338 von allen deutschen Reichsständen und vom KaiserLudwig demBaier (IV.) anerkannt und von Karl IV. tgest. 1378) durch die gol-dene Bulle 1356 bestätigt ward; ihre Zahl blieb bis zum westfälischen Friedenunverändert, nur daß Böhmen nach des K. Wenzel Absetzung (1400) seineRechte nicht mehr ausübte und erst 1708 wieder in das kurfürstl. Collcgium zuge-lassen wurde. Als aber Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz (gest. 1632) in dieReichsacht erklärt und seine Kurwürde an Baiern übertragen worden war, so wurdeim westfälischen Friesen, um die Wiedereinsetzung des pfälzischen Hauses möglichst ^zu vervollständigen, eine neue und achte Kurwürde für die Pfalz eingeführt, mitder Bedingung, daß, aus d-n Fall des Abgangs der dänischen WilhelmischcnLinie, die bairische Kur wieder an Pfalz fallen, jene neue achte Kurwürde aberaufhören sollte. 1692 kam eine neunte Kurwürde hinzu, indem Kaiser Leopold 1Braunschweig-Lüneburg zum Kurfücstenthumc erhob, welches denn, nach lang-wierigen Widersprüchen der Rcichsstande, besonders der Kurfürsten, und end-lich (1703) ersetzter Einwilligung, 1710 in das Kurcollegium eingeführt wurde.