Druckschrift 
6 (1830) K bis L
Entstehung
Seite
357
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Kupferstichmaschinen 357

stichcls auf Landcharten hat, seit Karl Jack indem letzten Jahrzehend des vorigenJahrh, in ihr rühmlich auftrat, eine zweckmäßigere, man mochte fagen, wissen-schaftlichere Richtung genommen, indem bis dahin die meisten Charten ein unbe-friedigendes Wild des darzustellenden Landes waren. Auch auf diesen Zweig hatLehmann(s. d.) durch s. Theorie der Situationszeichnung sehr eingewirkt undGrundsätze aufgestellt, die vorher kaum gcahnet waren. Aus s. Schule ging Bachhervor, ein Meister in der Darstellung des Terrains. In Berlin beschäftigte dieSchropp'sche Handlung die einheimischen Künstler und bildete dadurch diesen Zweigder Kupferstechcrkunst aus. Unter den berliner Kupfcrdruckcrn aber erwarb sichHampe die Auszeichnung eines akad. Künstlers. Die wesentlichen Federungen, dieman jetzt an den Stich der Landcharten macht, deren sorgfältige Befolgung abergrößtentheils von dem anzuwendenden Maßstabe abhängt, bestehen in folgenden:1) genaue Angabe des Steigens und Fallens des Terrains; 2) charakteristische Be-zeichnung des Wassersystems eines Landes; 3) Horizontaldarstcllung und nichtwie früher perspektivische aller Gebäude und Bauwerke; 4) abstufende Angabe derLandes-, Provinz- und Disirictsgrenzen; 5) gefällige und sich doch dabei auszeich-nende Austragung von Wäldern, Straßen rc.; endlich 6) die Anwendung einer gutlesbaren, alle andre auf der Charte vorfindlichc Gegenstände freilassenden und nachgewissen Abstufungen geordneten Schrift. In den neuern Zeiten wetteifern berli-ner, pariser, Münchner, wiener, nürnberger, leipziger u. a. Kupferstecher, um dieBedingungen des Stichs einer guten Charte zu erfüllen. Den pariser Künstlern(Piguct, Tardieu, Pcllicier, Aubert u. A.) kommt besonders noch zu statten, daßbei ihnen die Einrichtung der Theilung der einzelnen Arbeiten getroffen ist: der Eineflicht Situation, der Andre Schrift, ein Dritter hat das Lincarwesen zum Gegen-stände seiner Arbeiten; dadurch kann jeder Künstler in seinem Fache es zu einer ge-wissen Gleichförmigkeit und Vollkommenheit bringen, woran es den deutschen Char-tenkupferstechern noch sehr fehlt. Dann aber ist wol auch in keiner Stadt die Ku-pserdcuckerei zu der Ausbildung gediehen wie in Paris, wodurch dem Kupferstecherdie Genugthuung wird, den Fleiß und die Sorgfalt, die er auf sein Werk angewen-det hat, im Drucke treu und mit möglichster Eleganz wiedergegeben zu sehen. Be-rühmt ist die schöne franz. Oarte ,I«8 elmsss«. Wir nennen nur einige Meisterin dieser Kunst: Bach in Dresden, K. Kolbe in Berlin. Des Letzter» Plane fürdes Grafen von RaczinskiReise durch die curop. Türkei" haben in der Zeichnung,von Lchmänn's Manier abweichend, ihr Eigenthümliches und sind meisterhaft ge-stochen. In einem andern Blatte zur großen Charte des preuß. Staats (Halle, beiKümmel) hat Kolbe die Lehmann'sche Methode befolgt. Pros. Mare (stach Mül-lec's Plan von Königsberg); Heinrich Brose(stach u. a. die 18. und 20. Scct. derLecoq'schcn Charte von Westfalen, das 127. Bl. der Neymann'schen Charte vonDeutschland); Paul Schmidt und dessen Sohn August Schmidt; Will). Jack;Karl Jättnig (starb 1319) und dessen Sohn Karl Jättnig d. I.; Franz (stach u. a.Pcnz's Plan von Hanover); Leichter; Kliewer (ausgezeichneter Schrifrstechcr);Bimbe u. A. ebenfalls in Preußen. In Wien: Karl Stein (Schüler von K.Jack, hat die große Postcharte von Europa bei Artaria seit 182 k gestochen) undMüller; in München: Seitz und Schleich; in Darmstadt: Felsing; in Wei-mar: Bürk; in Leipzig: Lcutemann u. A.; in Nürnberg: Knittel u. A.In London erscheinen treffliche topographische Charten von verschiedenen Künstlern,die sich einander in die Hände arbeiten. Sie sind Mustcrblätter für die Chalko-graxhie. Beim Petersburger Charteudepot ist ein eignes Corps geograph. Kupfer-stecher errichtet; aus ihren Pressen ging der schöne Plan von Petersburg und diecopograph. Blatter von der Umgegend hervor. 88.

K n p s e r st i >st m a s ey i n o n. Seit 1803 besitzt England mechanische