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6 (1830) K bis L
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Kupferstecher

land wetteifern durch gleich ausgezeichnete Werke; doch mochte» Italien und Frank-reich an Zahl und Bedeutsamkeit der Blatter, vorzüglich durch die Fertigkeit seinerKünstler im Abdrucke der Platten, allen andern voranstehen. Konnte doch Bois-seroe's kölner Dom nur durch die pariser Pressen seine Vollendung erreichen. Werkevon einem Umfange wie Audran's Alexanderschlachten sind neuerdings in keinemLande zum Vorschein gekommen, wenn auch die neuern Künstler vor größer» Wer-ken keineswegs sich fürchten. Beginnen wir die Reihe der einzelnen Künstler, somuß inDeutschland vor Allen der zu früh gest. Fc. «.Müller genannt wer-den, dessen Madonna di S.-Sisto zu den Juwelen aller Sammlungen gehört.Ihm zunächst möchte jetzt C. Rahl stehen, dessen Darstellung Christi im Tempel,nach Fra Bartolomeo, sowie s. h. Margaretha, nach Rafael, diesen Platz ihm ge-sichert haben. Vorzügliche Erwähnung verdienen neben ihm der verst. K. H e ß (s. d.)und der an s. Stelle in München getretene Sam. Anis l er, welcher Thorwaldsen'sAlexanderzug, die Grablegung im Pal. Borghcse und Danneckers Christus gestochenhat, sowie Reindel, dessen Grab des h. Sebaldus und dessen Blatter im ,Mu-söe fr-wtz." Cabinetsstückc sind. Die Arbeiten des unlängst verst. Ulmer, Leybold's,Lutz's und Aloys Keßler's Stiche machen einander den Vorzug streitig. John inWien liefert ausgezeichnete Blatter in punktirter Manier; in Tuschmanier W. Ka-belt in München und Piringer in Wien. Streng an Marc-Anton's Muster sichhaltend, durch bloße Taillen kräftig, suchten C. Varth und Ruschweyh in Rom sichhervorzuthun. Bestimmtheit der Umrisse, Reinlichkeit und Zartheit des Grabsti-chels und gleicher Fleiß in allen Theilen unterscheiden ihre Blätter von vielen gleich-artigen. Auch Krüger hat sich in derselben Art in kleinern Blattchen versucht, wäh-rend Stölzel in freierer, ansprechenderer Form seine unternommene Arbeit auszu-führen verspricht. Noch nennen wir die geachteten Namen: Ehodowiecki, Baust,Bolt, Clemens, Gmelin, I. S. Klauber, I. Schnauzer, Böhm, Jury, McnoHaas, Steinla, Schwerdgcburth, Flcischmann. Als ein gutes Zeichen der Zeitmag angeführt werden, daß die bessern Künstler sich an größere Arbeiten wagen,wobei sie Gelegenheit finden, ihr Talent zu erproben, während der Geschmack anden Almanachsormaten sich zu verlieren scheint. Treffliche Arbeiten im landschaft-lichen Fache von Darnstedt, Duttenhofer, Frenzel, Frommel, Geister, Günther,Haldenwang, Reinhardt, Vcith u. A. lassen die Deutschen getrost neben dem glän-zendsten Verdienste des Auslandes sich zeigen; für Thiere haben Klein und Hegi,der des Katzenrafaels G. Mind Sittengemälde dieser beliebten Hausthiere kräftigund geistreich wiedergab, sowie Kolbe Ruhmwürdiges geleistet. Insbesondere nochmit der Radirnadel zeichnen sich aus: Bartsch, Ford, C. Reinhard, Fcomel, Koch(an dessen große Blätter F. Kobell's und Grimm's kleinere, durch glückliche Ver-bindung der Nadel mit der einfachen Ätzkunst, sich anschließen) und Marie Ellcn-riedcr; in derSchabkunst: Pichler, Friedhof, Wenkw.; in derAqua tinta: J.G.Presset und s. Gattin Katharine, Kunz, W. Kobell; in der Punknrmanier: Dur-mr, John, Sinzwich. Vieles müssen wir übergehen, was ehrender Erwähnungwol werth wäre, z. B. das Verdienst der Kupferstecher um die Darstellung wissen-schaftlicher Gegenstände. So hat u. A. Duttenhofcc's Stichel in Tiedcmann's,/1'ab. uerrorum Uteri" (Heidelb. 1822) eine Vollendung, wie sie in Deutschlandbei anatomischen Gegenständen noch nicht erreicht worden war. Ebenso wichtig istdie Geograph. Kupferstccherkunst (s. d.).Frankreich bewahrte denfrüh erworbenen Ruhm bis in die neuesten Tage. Die Blätter von A. Bouchcr-DeSnoyers (z. B. die Madonna von Foligno, In Vierte, <litv in belle jnrlllnior«,Franz 1. und Margaretha von Navarra, Phädra und Hippolytos, das Bild desPr. v. Benevent) sind anerkannt als Muster. Lignon's h. Cäcilie, nach Domeni-chino, seine Atala, sein Bild der Dllc. Mars; Massard's h. Cäcilie, nach Rafael,Apollo mit den Musen, nach Giulio Romano; Richommc's, Dien's, Giroder's,Conv. - Lrx. Siebente Aufl. Bd. VI. s 23