Druckschrift 
6 (1830) K bis L
Entstehung
Seite
351
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Kupfer 35t

reiner, höher und gleichartiger ist, je weniger fremde Bestandtheile dies Metallenthält. Die Textur ist körnig oder hakig. Das specifische Gewicht differirt von8,7 bis 8,9. Die Harte des Kupfers ist nicht sehr groß; die Biegsamkeit, mitAusnahme des Eisens, größer als die aller übrigen Metalle, die Zähigkeit und Ge-schmeidigkeit ebenso groß als die des Eisens. In der Hitze vor dem Glühen laustdas Kupfer wie das Eisen mit Farben an. Ehe es schmilzt, durchläuft es die erstenGrade der Rothglühhitze. Unter Zutritt der Luft geglüht, verkalkt sich das Metallund bekommt Schuppen auf der Obcrflächel, die sich leicht abschlagen lassen, Ku-pferasche oder Kupferhammerschlag genannt; in der Schmelzhütte setztes einen dunkclrothcn Kalk, die sogenannten Kupferblumen, ab. Außerdemist ein orangefarbener und ein schwarzer Kupferkalk bekannt. Durch langesLiegen an der freien Lust überzieht sich das Kupfer zuletzt mit einer grünen Rinde,dem Kupferrost, Grünspan, welcher aus Kupfer, Sauerstoff, Kohlensäureund Wasser besteht. Mit dem Schwefel und mit dem Phosphor verbindet sich dasKupfer, es löst sich in den mehrsten Säuren auf und bildet mit der Schwefelsäureden Kupfervitriol, Cypervitriol, und mit der Kohlensäure den Grün-span; ebenso wirken auch die Alkalien und das Ammoniak auf das Metall. Mitden andern Metallen verbindet sich das Kupfer zu zum Theil sehr wichtigen Eom-positionen. Das Vergolden und das Versilbern des Kupfers sind häufig vorkom-mende Operationen. In seinen Erzen kommt es entweder im gediegenen Zu-stande, oder mit Sauerstoff (mit oder ohne Kohlensäure und Wasser), oder mitSchwefel, oder mit Säuren verbunden vor. Die meisten, besonders die kiesigenKupfererze, muffen vor ihrer Augutemachung geröstet werden, welches entweder infreien Haufen, oder in Stadeln, oder in Öfen geschieht, um den Schwefel aufzu-fangen. Bei gediegenem Kupfer ist bloß ein Einschmelzen, bei im verkalkten Zu-stande vorkommendem Kupfer ein reducirendes Schmelzen erfoderlich. Beides ge-schieht in Schachtöfen, indem die Erze auf die gewöhnliche Weise, mit Kohlen ge-schichtet, niedergeschmolzen werden. Das erhaltene Product ist nur selten reinesKupfer (Garkupfer), sondern fast immer ein mit mehr oder weniger Eisen ver-unreinigtes Kupfer (Schwarzkupfer), welches erst durch eine nachfolgendeOperation gereinigt oder gar gemacht werden muß. Sind die Erze zugleich kiesig,so erfolgt außer dem Schwarzkupfer auch Kupferstein, welcher dann einer wei-tem Bearbeitung auf Kupfer unterworfen wird. Der Gang der Kupferhütten-arbeiten in Schachtöfen mit geschwefelten Erzen oder Kiesen ist folgender: Zuerstwird das Erz geröstet oder ungeröstet, mit oder ohne Zusatz von reinen Kupferschla-cken, zu einem Rohstein verschmolzen, alsdann folgt entweder das Concentrireudes in dem Steine befindlichen Kupfers zu einem reichern Stein oder sogleich dasVerschmelzen des gerösteten Steins zu Schwarzkupfer. Im erstem Fall erfolgtEoncentrationsstein, der als eine reinere Verbindung des Kupfers mit dem Schwe-fel angesehen werden muß; er wird abermals geröstet und dann auf Schwarzkupferverschmolzen. In England werden die gerösteten Erze mit Eoaks beschickt, aufdem aus nicht zu schmelzbarem Sand angefertigten Herd eines Flammofens auf-gesetzt und mit Schlacken von der vorigen Arbeit bedeckt, worauf das Feuer stufen-weise bis zur höchsten Schmelzhitze verstärkt wird. Ist Alles in einem recht dün-nen Flusse, so erfolgt der Abstich des Schwarzkupfers. Der Stein wird geröstet,mit Eoaks verschmolzen, und das noch immer schwefelhaltige Metall entweder gra-nulirt oder in dünnen Scheiben ausgegoffen. Die zu dem Kupferschmelzen ange-wendeten Schachtöfen sind entweder Krummöfen mit geschlossener Brust und mitl oder 2 Augen (im letztem Falle Brillenösen genannt), oder Krummöfen mit offe-ner Brust, oder Hohöfen. Weil die mehrsten Kupfererze noch mit andern Me-tallen verunreinigt sind, so ist das bei den beschriebenen Schmelzprocesien erfolgteKupfer noch nicht rein, sondern mit geringen Antheilen von Eisen, Arsenik, Zink,