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Kulm (Schlacht bei)
Hauplstadl Delhi einäschern nnd über 200,000 Einwohner niederhauen, wobei ernoch die Frechheit hatte, sich selbst für eine von Gott gesandte Strafe der Völkerzu erklären. Endlich ward eine Verschwörung gegen ihn gestiftet, an deren Spitzesein Neffe und einer seiner Statthalter standen. Alb die Verbündeten auf ihn ein-drangen, flehte er um Gnade, allein man rief ihm zu, daß Derjenige, welcher nie-mals Gnade ertheilte, auch keine zu empfangen werth sei. So hauchte dieser Wü-therich unter den Streichen der Mördw 1747 s. Geist aus. Einige Freunde rettetens. einzigen, übrig gebliebenen Sohn, 10 I. alt, nach Konstankinopel, und von hiernach Semlin. Maria Theresia ließ ihn taufen und u. d. N. Baron v. Semelin er-ziehen. Er diente als Ofsicier im siebenjähr. Kriege, wurde mehrmals verwundet,nahm als Major den Abschied und lebte zurückgezogen zu Mödling bis an s. Tod.
Kulm, Schlacht bei, den 30. Aug. 1813. Vandamme's Niederlage beiKulm (einem böhm. Dorfe im lcutmcritzcr Kreise, 3 St. östl. von Teplitz) rettetenicht bloß Teplitz und Prag, sondern sicherte auch die Fortdauer des großen Bünd-nisses mit Ostreich gegen Napoleon, und brach, nebst den gleichzeitigen Siege» derVerbündeten, unter dem damal. Kronprinzen von Schweden bei Groß beeren(den 23. Aug.) und unter Blücher an der Katzb ach (s. d.) (den 26. Aug.) zuerstdie Angriffsmacht Napoleons. Die Hauptarmee der Verbündeten unter dem Für-sten Schwarzenberg war aus Böhmen über Pcterswalde, Scyda, Marienberg undAnnaberg nach Sachsen vorgerückt, um die Verbindungslinien des Feindes ausdein linken Elbufer zu durchschneiden. Sie hatte sich aber rechtSab nach Dresdengewandt, wo St.-Eyrdcn Mittelpunkt von Napoleons Stellung an der Elbe mit30,000 M. zu behaupten nicht im Stande war. Allein Napoleon war auf dieerste Kunde von jenem Vorrücken des böhmischen Heeres in Eilmärschen aus Schle-sien herangezogen und hatte, den Schlachtplan bei Dresden und die gänzliche Nie-derlage des Feindes schon in Stolpen berechnend, von hier am 25. Abends denGeneral Vandamme mit der ersten Heerabthcilung, 32 Bat. und 5000 Pferde,30,000 M. stark, entsandt, der am 27. über die schon früher geschlagene Schiff-brücke bei Königstein über die Elbe ging, den rechten Flügel der Verbündeten vonder Hauptcückzugsstraßc derselben über Pirna nach Pcterswalde abschnitt und aufdie Nachricht von dem Erfolge der Schlacht am 27. in Böhmen gegen Teplitz vor-drang, wo er dem über das Erzgebirge hinab zurückweichenden Feinde in den Rü-cken und in die Seite fallen sollte. Unterdessen war der Angriff der Verbündetenauf Dresden (s. d.) am 26. mißlungen, und in der Schlacht bei Dresden am27. hatte sich Napoleon durch das Umgehen und die Niederlage des linken feindlichenFlügels der Straße nach Freiberg bemächtigt. Dadurch ward Schwarzenberg ge-nöthigt, schon am 27. Nachmittags sich auf dem einzigen ihm noch übrigen Rück-wege, über Dippoldiswalde nach Altenberg, nnd dann auf Seiten- und Feldwegenüber den Kamm des Erzgebirges in seine feste Stellung bei Teplitz im Egerthalczurückzuziehen. Doch gab er dem Grafen Barclay auf dem Schlachtfelde vorDresden den Befehl, seinen Marsch so einzurichten, daß er den Hcerhaufcn unterOstermann-Tolstoy, welcher sich vor Vandamme von Pirna zurückziehen mußte,aufnehmen und mit ihm die Engpässe von Peterswalde erreichen könnte. AlleinBarclay ließ dem Gen. Ostcrmann sagen, er möge sich, im Fall ihm Vandammeden Rückzug nach Pcterswalde schon abgeschnitten hätte, über Maxen an die Haupt-armee anschließen. Doch Ostcrmann sah ein, daß dadurch dem Feinde das ganzeEgerthal offen gelassen würde. Er wagte eS also, den Befehlen Barclay's nichtzu gehorchen, und dieser Entschluß rettete daS Heer. Mit dem Bazonett erstürmteer den Paß nach Böhmen und erreichte am 28. Peterswalde. Aber voll Ungestümund den Marschallsstab im Auge, stürzte Vandamme ihm nach und über die Höhevon Nollcndorf in den Kessel hinab, wo er die kleine Schar von 8000 Russen bisKulm zurückdrückte. Hier erfuhr Ostcrmann durch den König von Preußen, der