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6 (1830) K bis L
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Kuhreihcn Kulichan

Zrühe, bei welcher he Blattern an den: Euter bekommen. Malt unterscheidet bisjetzt die Winvblattcrn, die weiße», gelben, schwarzen und blauen Kuhblattern. Dieletztere Act derselben kommt zuweilen bei frischmelkenden Kühen, besonders im Hol-steinischcn, in England, epizootisch vor und ist durch ihre Eigenschaft, sich bei denMenschen durch örtliche Ansteckung fortzupflanzen und Diejenigen, welche derglei-chen Blattern gehabt haben, vor der Ansteckung der Menschenblattern zu sichern,besonders merkwürdig geworden. Es ist Thatsache, daß einzelne Vaccinirte, kür-zere oder längere Zeit nach überstandcner Vaccination, von einem den natürlichenBlattern sehr ähnlichen Epantheme befallen wurden, die aber durchaus nur alsmodisicirte, in Hinsicht ihrer Gefahr für den Organismus gemilderte Blattern er-schienen, sodaß, wenn die Vaccination in einzelnen Fallen den Pfeil des Giftesnicht ganz abwendet, sie ihn doch abstumpfen kann Allein erwiesen ist es, daßvollkommene Vaccination vollkommen gegen die Blattern schütze. S. I). Lübers's„Kritische Geschichte der bei Vaccinirten beobachteten Menschenblattern" (Mona1824). (Vgl. Impfen und Jcnncr.) kl.

Kuh reih en, Kuhreigen, heißt die berühmte alte Nationalmelodie,wclche die schweizerischen Alpenhirten kenn Austreiben ihrer Hccrden pfeifen odersingen. Sie besteht aus wenigen einfachen Intervallen, eignet sich ganz der ein-fache» Weise dieser Hirten und dem Instrumente (Alpenhorn), auf welchem siedieselbe vortragen, und macht in den widerhallenden Gebirgen eine ungemeineWirkung. Diese mit der Localitat sich ganz verschmelzende Wirkung erklärt dievielen Anekdoten von dem durch daS Horn des Kuhreigens im Auslande bei Schwei-zern erweckten unwiderstehlichen Heimweh. In der Melodie gibt es jedoch auchAbweichungen, daher findet man schon in Nousseau's „Vivtiomiairc «ko imwigue"mehre Kuhreigen angeführt, und 1815 erschien zu Bern die zweite Auflage einerganzen Sammlung von Kuhreigen. Von Appcnzcll sagt man, daß es die echteste,ursprünglichste Melodie des Kuhreigens habe.

Kulich an (Tahmasp), auch Shah Nadir genannt,geb. 1687,einer derausgezeichnetsten, aber auch abscheulichsten Menschen, welche die Geschichte aus-zuweisen hat. Er hieß Nadir und war persischer Feldherr, verließ aber den Kriegs-dienst und wurde Anführer einer gesürchtctcn Räuberbande. Der König von Pec-hen,Tahmasp, ließ ihm gänzliche Verzeihung angedeihcn und erhob ihn wegen sei-ner großen militai'rischcn Talente nach und nach zum obersten Feldherrn aller persi-schen Truppen. Bald aber empfand er die Folgen dieses unvorsichtigen Schrittes.Denn Nadir, der sich nun auf seinen Befehl selbst Tahmasp Kuli (Sklav des Tah-masp) mit dcmAusatze Chan (des größten Ehrentitels, den ihm der König gebenkonnte) nannte und das ganze Heer für sich gewonnen hatte, entthronte seinenWohlthäter, als dieser ohne ihn mit den Türken Friede geschlossen hatte, bemäch-tigte sich hierauf im Namen des jungen Prinzen, der noch in der Wiege lag, alsVormund der Regentschaft und ward 1735 nach einem blutigen Siege über dieTürken, und nachdem sein Mündel gestorben war, zum König von Persien erwählt.Seit dieser Zeit ward er Shah Nadir genannt. Seine Waffen waren überall sieg-reich ; allein er vergoß zahlreiche Ströme Bluts und wüthete selbst gegen seine Un-terthanen mit der empörendsten Grausamkeit. Seine Soldaten waren durch dievielen Kriege und dabei verübten Plünderungen ausnehmend bereichert worden undihm daher so ergeben, daß es Niemand wagen durfte, dem Tyrannen die Spitze zubieren. Selbst der Haß der Geistlichen, welchen er viele Einkünfte entzogen hatte,vermochte nichts gegen ihn, und alle Pläne, ihn vom Throne zustoßen, wurdenschon in ihrer Entstehung vereitelt. Sein größter, aber auch abscheulichster Feld-zug war derjenige, welchen er 1739 gegen den Großmogul unternahm. ShahNadir wußte sich theils durch seine siegreichen Waffen, theils durch Vcrratherei denBesitz aller Länder desselben zu verschaffen, plünderte und brandschatzte, ließ die