Kapitel !I. Z. 75.
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Bei den Essenftben Hofsgütrrn lässt sich dagegen eine Gütorge-mcinsckafr mit einer Art von Bersangenschastsrecbt nicht verken-nen. Das Essensche Hossrechr enthalt nämlich überhaupt folgendeBestimmungen über die Erbfolge.
1. Mann und Frau werden zusammen zum Gute behandigt.Stirbt der eine und heirathet der andere nicht wieder, so setzter mit den Kindern den Besitz fort. Kann oder will er deinGut nicht länger vorsiehen, so Werden die Kinder an dasGut besetzt, und der überlebende der Eltern erhält eine nachdem Werth des Guts abzumessende redliche Leibzucht ").
2. Heirathet der überlebende wieder, so bleibt das Gut den Kin-dern erster Ehe gesichert. Es wird dabei rein Unterschiedgemacht, ob der zur zweiten Ehe schreitende Gatte das Hofs-gur früher ererbt, oder erst durch seine erste Heirath daraufgekommen. Sterben aber die Kinder erster Ehe, ohne Nach-kommen zu hinterlasscn, oder verzichten sie auf das Gut, soerhalten die Kinder letzter Ehe Rechte darauf ?).
OberlandesrGerichts zu Hamm bilden, in den Jahren 1.862 bis1820 Statt gefunden haben, Z. 96 (8. Kamptz Jahrbücher 8d.IS, S. 96, 97.).
2) Essensche Hobsrechte (Beilage tN) Art. 12: „Item wair ein Ha-„vesmann und Wyff tho samcn fibben au einen, Havcsguide,„und hebbcn Kinder zusamen, stirfft dan der alderen ei», nud will„sich die letzte abgeblievcn nicht verandersacteu, und bliesen„also mit seinen Kindern au dem Guide, waunchr die dann des„Guids nicht lengcr versiaiu en kann off will, so n-az man die„Kinder an dat Guid besaiten in mailen als vorg. iß, und ge-„ven dem Vader und Moder, die darr gebievcn iß, eine redliche„Lifftucht na werdicrungh des Guids."
3) Art. 13 der Eff. HobSr. „Item wcre, dat die letzte geblieven,„wie vorg. einen anderen gegaden neme tho sich op datHavci-„guid und wünnen oick Kinder zusamen, die letzte Kinder cn„sollen an dem Havesguide gern Reckt hebben, idt cn wer da»„Saike, dat die Vorkinder sunder lieves Erven von erneu ge-schoren, gestorven wercn, off dat sie op dat Guid vertegcn hed-„deu, als dat vorg, steit."