Kapitel l. Z. 73.
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trennt war. Der Hofsricktcr war übrigens kein moderner Rich-ter, der selbst das Recht weist, statt es sich von den Schoppen unddem Umstand weisen zu lassen, vielmehr musste der Hofsrichtcrselbst das Recht vom Hofe fragen. So ließ an dem HerdckerHobsgericht der Hofsrichtcr Jürgen Lack eines rechten Ordels fra-gen, worauf »sin ihogelatcn vorsprake sich mit dem Have bereden»und brcngt weder in rc. ^).«
Zur Ernennung des Hofsrichters mußte von Seiten derHofsherrschaft und der Hvfsleute concurrirt werden. Der Herbe-der Vergleich von 1568 ^) bestimmt darüber: »Wyders als in»desen Unverstand! ghein Hoffsrichtcr angestalt, so füllen die Seß»und dertig Hofslüde einen Hoffrichter, den Erbarsten und Fromb-»sten under sich kiesen, die alle Jaers, woe under den Hofs-»lüden gebrucklich, drie gcwonliche Pflichtdage Halden und einen»jedercn gebuerlich Hoffsrechte wederfahren laten fall, denselben»Hoffsrichtcr doch der Hoffsschulte fall bestedigen.« —Rücksichklich des Erncnnungsrcchts bestimmt dagegen das Dark-hover Hofsrecht stz): ->C's soll kein Landrichter oder Fremder, so»zu dem Hof Balkhoven und andere unter Sadclhöfen nicht ver-eidet, die Hvffsgerichte nicht bekleiden, auch sich nicht intrvmit-»üren, was der Güter Erffbeden, Churmoede, Versterff, Behandi-»gung, Erffzins, Versplittcrung oder Hofesbrüchten, anlangct,»sondern es soll der Abt in dem Hoff zu Barkhosen und andere»unter Sadclhöfen in jeglichem Hoff, mit Bewilligung der»Hoffsleute einen Richter setzen, der dem Herrn und»Hofe vereidet.« Bei Beiden ist also wechselseitige Einwilligungerforderlich.
Auch einen Frohnen hatten die Höfe, »mit welchem —wie»die so eben gegebene Stelle des Barkhvvcr Hofsrechts fvr.'sahrt»—der Hof nach Hofsrcchten gebieten und verbieden soll, die»Hofsgercchtigkeit belangend.« Und gleichergestalt, wie der Hofs-richter, sollte er nachdem Barkhover Hofsrecht, sowie nach dem
94) Beilage 20.
9ä) Beilage 30.
96) Beilage 64, Art. 11.