Kapitel 1. h. 72.
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1 , nickt verkennen, daß Vogt zuweilen nur ein anderes Wortfür Schulte ist. So z. B. in den Beilagen 49, 50, 51, woder „Vaget" „Erffvaget" von Büren offenbar blos Schult-heiß ist. Gleiches ist der Fall bei dem „Hovesvogt" vonWesthoven Im Elmenhorster Hofsrecht unter demTitel: »van Vögcdcn der Reichshöve«, wird ausdrücklich ge-sagt: »want ein Vogt ist, so vil gesagt, als ein Knecht, der»für syner Loon gulde uphevct und heiltet, ein Knecht synes»Herren, durch dat fall he ime dat syne bewaercn, so dat idt»ime nicht verloren werde, also hefft der Kcyscr over die»Lüde gesatt die Vogte und anders nicht, darumb nicht, datsie Heren wcren over des Keyscrs Hoeve und Hoevcncr.« —Von einem solchen Verhaltniß mag denn auch wohl das„Vogtgedings-Gericht" benannt worden sein, was die Hovesschultin des Herdecker Hoss Anno 1508 des andern Tagsnach Ncynoldi gehalten
2. Ganz anderer Natur ist aber ein anderes, das wahre Vogts-Verhaltniß. Gemäß dem Instrumenium cle juiibus Ouu-t .18 cks Dorsten von 1401 a») war der Graf von Cleve undder Graf von Mark erwählter Vogt des Hofs Dorsten, undbezog in dieser Eigenschaft von den Hofgenosscn jährlich 25Mark — Dorstcnscher Wahrung — Vaigtbeede, welche dieHofgenossen unter sich nach alter Sitte, der eine viel, der an-dere wenig, aufbrachten. Ferner erhielt er jährlich von jedemGute ein „Vastavens Hoyn". Sonntag vor Margarethamussten die Hofgenossen dem Vogte vier Wagenpferde nachGüttcrswyck schicken, welche das Getreide des Vogts auf dendortigen Boden fahren mußten, und vom Vogt während demdas Futter erhielten; Sonntags vor Johannis Enthauptungsollte der Vogt die Pferde zurückschickcn. Es ist ausdrücklichbemerkt, daß der Vogt weiter durchaus keine Ansprüche habe.Die Pflicht des Vogts war, die Hofgenvssen zu vertheidigen
8S) Beilage 16.
89) Beilage 17.
90) Beilage 20.
91) Beilage 62, Art. 10, 11, 12.