290
Buch li. Hofhörigkeit.
Wo aber auch besondere Hossgeschworne waren, hatte derUmstand doch seine Befugniß zur Rechtweisung nicht verloren.Unmittelbar nach der so eben ausgehobcnelr Stelle des Dor-stenschen Hofsrcchts wird fortgefahren: »ipsi etisnl jM88ilut et»ckokmut uoligu 08 curtialo8 scl ooii8ilium oouum voosoe»tem^ole op^ortuno et eoii8iliaii cum ei8clem -super ckubiiz
»i^8oeum.« — In dem Herdicker Hossrechte — was, mansehe Art. 2. 3. 4., auch Geschworne halte — kommen mehrereFragen vor, »darop mit Rade des klmbstandz weder inbrackt,«Ordel gestellt an Dirik tho Eppenhuscn » de uthgegacn undinet dem Hove beraet genommen, bracht weder in und sagt rc.— »Dieses verfolgnüs gefragt sovil recht und unwedersprvchenbleven,« ein ander Ordel gestellt an Hannes blote, »de mitberaet des Umbstandz vor Recht gewist rc., — hierob verfolgnüsgefragt, als sich tho rechte geboert, und is unwederachtet ge-bleven ").« Das Loensche Hofrecht gibt im Art. 62 ein Ordel» gewyset durch den Tegedern und semptlichcn Hofluden desHoues tho Loen.« —
Es war also hier, wie bei den übrigen germanischen Ge-richten vor dem Eindringen des römischen Rechts, geblieben,die Schöffen vertraten die Genossen, ohne diesen dadurch ihreBefugniß zur Rechtsweisung zu benehmen, und sie unterschiedensich vorzüglich dadurch von den übrigen Genossen, daß letzterezu den gebotenen Dingen, den außerordentlichen Gerichtstagen,nicht zu kommen brauchten wahrend dieses der Beruf derSchöffen war. Das Essensche Hobsrccht sagt unter dem Artikel:Lorsm iuik>u8 liügsuckum ganz einfach: »Item, wki Haves-gerichte begert, die fall den Schultenn dartho willigen, mittwe Schillinge, und den Havesfroinen mit twelf Pfenninge,dey Havesgeschworen dartho verladen, und dem Have die Kosthdoine, dae soll man om ein Havesgerichte Halden, sein saickedartho verfolgen, als deß Gerichts Recht ist^).« Könnte cs noch
69) Beilage 20.
70) S. v. Savigny Geschichte des Römischen Rechts im Mittel-alter Bd. l. S. 202 ff.
71) Beilage 69. Art. 20.