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Buch 1. Einleitung.
und Krämer geschlggen. Bleibende Wirkung scheint aber dieseEntziehung des Landes — die sich zudem als eine völlige nichteinmal für ausführbar halten laßt — nicht gehabt zu haben.Wichtiger war aber der Streit des Königs Psammetich mit derKrieger-Kaste "). Dieser König hatte durch fremde Söldnerden Thron erlangt, und zog diese nun überhaupt vor. Als erbei einem Kricgszuge nach Syrien die Söldner auf den rechten,die Egyptcr aber nur auf den liscken Flügel stellte, wurdenletztere über diese Beschimpfung so aufgebracht, daß ihrer zweimal hundert Tausend nach Aethiopien zogen und sich dort an-siedelten. Natürlich rückten nun die Söldner in die Ackerlooseder Ausgewanderten. — Außer diesen drei bodenbesitzendenStänden — wenn man den König einen Stand nennen dürfte— führt Diodor drei andere Stände auf, den Standder Hirten, Ackerleute und Handwerker. Die Ackerleute pachte-ten für eine gewisse Summe das urbare Feld von dem Könige,den Priestern und den Soldaten. Auch hier erblicken wir also,wie in Indien, den Bauernstand ohne Grund-Eigenthum, inFolge einer organischen Gliederung der Gesellschaft.
Vergleicht man nun diese Kasten-Eintheilung Diodorsmit der Herodotschcn, so finden sich bedeutende Verschieden-heiten, die Meinung muß sich aber für Diodor erklären, sosehr auch Herodot in neuerer Zeit wieder zu Ehren gekom-men. Rinderhirten und Sauhirten konnten wohl nicht zweibesondere Kasten, sondern nur Unterabtbeilungen einer Kasteseyn; daß die Ackerleute bei Herodot nicht erwähnt sind, istgewiß ein Fehler. Dollmctscher konnten im alten Egypten,das noch keinen Verkehr mit Griechenland hatte, keine Kastebilden, eben so wenig als die Seeleute, indem Seemacht undSeeleute erst späterhin entstanden. Muß man sich also für dieDiodorsche Eintheilung erklären, so ist es auch leicht, dieseauf die Indische vier Elasten zurückzuführcn, indem mit Weg-rechnung des Königs, der keine Kaste bilden kann, zwei Grund-besitzende und herrschende Kasten, Priester und Krieger, und
40) Oioäor d>> I- csp. 67.
41) I.. I. cap. 74.,