Kapitel I. tz. 4.
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Wie fest gegründet das Ansehen der Priester in der Meinungselbst bei den Königen war, zeigt sich aus der Geschichte desKönigs Sabakon "). Diesem war vorgckommen, als sageihm der Gott zu Theben im Traume, er könne nicht glücklichund nicht lange Egypten beherrschen, wenn er nicht alle Prie-ster zerhauen ließe und mit seinem Hofgesinde mitten zwischenihnen durchginge; da dies öfter wiederholt wurde, ließ er allePriester aus dem ganzen Lande zu sich kommen, und sagteihnen, seine Gegenwart im Lande müßte dem Gott unange-nehm seyn, weil er ihm sonst dergleichen im Traume nichtwürde befohlen haben, er wolle also lieber aus dem Lande her-ausgehen, so auch geschehen. — Gegen das Volk dagegenscheinen die Könige ziemliche Gewalt gehabt zu haben, wiewenigstens aus den, demselben aufgelegten ungemessenen Frohn-Diensten hervorgeht. — Das letzte Drittel des Landes be-saßen die Krieger, damit diese, sagt Diodor ") — hierphilosophische Gründe für etwas Geschichtliches suchend —, diesich den Gefahren aussetzcn, die stärkste Zuneigung gegen dasLand haben möchten, wovon sie selbst einen Theil besitzen;denn es würde widersinnig seyn, diesen Leuten die Erhaltungdes ganzen Reiches anzuvertrauen, wenn sie in dem Landeselbst nichts Beträchtliches hatten, wofür sie kämpfen sollten.Diodor scheint diese Einrichtung gewissermaaßen dem KönigScsostris zuzuschreibcn "). Vom König Sethon lesen wir"),daß er die egyptischen Krieger verachtet, und ihnen den Schimpfangethan, daß er ihnen die Aecker, wovon die vorhergehendenKönige jedem Mann zwölf geschenkt gehabt, wieder genommen— worauf dann, als Sanacharib, König von Arabien und As-syrien, Egypten angegriffen, die Krieger das Vaterland nichtverthcidigcn gewollt, indessen dennoch der König, gestärkt durcheinen Traum von Gott, den Feind durch Trödler, Handwerker
35) Oiollor. I.. I. Lsp. 65.
36) ttsrollor. 1,. I. Lsp. 121. Oiollor. lll.l, Lap, 64.
37) I. 73.
38) I. Lsp. 54-
39) llerollor, tt, II. Lsx. I4l.