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Dritter Band (1830) Die vierzehn Briefe des heiligen Apostels Paulus
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Der Brief Pauli an die Hebräer. Kap. X.

Auch laßt uns auf ein-ander Acht haben um zu wett-eifern in der Liebe und in schönenWerken:

25 . Indem wir uns nicht ent-ziehen wollen unserer Versamm-lung, wie manche die Gewohn-heit haben, sondern einander auf-muntern! und das um so mehrje mehr ihr sehet heran nahenjenen Tag.

26. Denn wenn wir vorsätz-lich sündigen nach dem Empfan,gen der Erkenntniß der Wahr-heit, so ist weiter kein Opfermehr übrig für Sünden:

27. Aber eine furchtbare Er-wartung der Strafe und eifern-

25- Vers. Der Verfasser hat hier wie Kap. 6, 11. einige solche vorAugen, welche zum Abfall geneigt waren. Der nahe bevorstehende Tag istder allgemeine Gerichtstag. Vgl. I Thess. 4.

26. Vers. Sinn: Werden wir abtrünnig, so können wir nicht wiedererlöset werden.

27. Vers. »Feuer" steht auch sonst alS Bild der Vernichtung oder derschrecklichsten Strafe. S. I Cor. 3 , 11, II Thess. 1, 8.

28. Vers. Auf die Uebertretung der Hauptgesetze Moses war die Todes-strafe gefetzt, z. B. auf die Verletzung des Sabbats, die Gotteslästerungu. s. w. Gegen den Verbrecher mußten aber außer dem Ankläger wenigstenszwei bis drei Zeugen auftreten. S. V Mos. 17, 6.

29. Vers. »mit Füßen getreten», insofern er ihn nicht für das hält,Wofür er steh ausgegeben bat, also für einen Betrüger und als solchen ihnverächtlich behandelt. »für unrein gehalten«, insofern er es nicht für rei-nigendes Opferblut, sondern für befleckendes Blut eines Betrügers hielt.

Den Geist, durch den uns die göttliche Gnade zu Theil wurde und derdaher Geist der Gnade heißt, hat er gefrevelt, insofern er ihn, nachdem ersich in der Erhöhung seiner Erkenntniß und in Gnadenwirkungen geäußerthat, doch nicht als den göttlichen Geist anerkannte, sondern gegen seine bessereUeberzeugung verwarf. Auch Christus erklärt die Sünde wider den heili-gen Geist für die größte und unverzeihlichste. S. Matth. 12, 31.

30. Vers. Sinn: Wir kennen ihn ja als den Allmächtigen Alles ver-geltenden Richter, der selbst das furchtbare Strafgericht über die Bösen voll-ziehen wird.

Die Stelle ist entlehnt aus V Mos. 32, 35- wo Gott es für seineSache erklärt, sein von ihm und von seinem Gesetz abtrünniges, abgöttisches

des Feuer, daß die Widerspen-stigen verzehren wird.

28. Hat jemand das GesetzMoses verletzt, so stirbt er ohneErbarmen auf Zweier oder DreierZeugniß.

2y. Wie viel mehr, meinetihr, verdienet jener härtere Stra-fen, welcher den Sohn Gottesmit Füßen getreten und welcherdas Blut des Bundes, wodurcher geheiliget worden, für unreingehalten und den Geist der Gnadegefrevelt hat.

3 o. Denn wir kennen ihn jader gesagt hat: »mein ist dieRache, ich werde vergelten»; undabermal: »der Herr wird seinVolk richten».