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Dritter Band (1830) Die vierzehn Briefe des heiligen Apostels Paulus
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295
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Der Brief Pauli an die Philipper. Kap. Ilk. 295

Drittes Kapitel.

Hütet euch wohl vor falschen Lehrern: wahrhaft-beschnittene sind nurwir Gläubige. Obgleich auch ich mich meiner Abstammung undmeines Eifers für das Gesetz rühmen könnte, so thue ich doch dasGegentheil, indem Christus mir Alles gilt und mein ganzes Stre-ben nach der Vereinigung mit ihm gerichtet ist. Vs. 1 14. Aucheuer Streben muß einzig dahin gerichtet seyn, folget meinem Bei-spiele und nicht den Irrlehren:, die dcr verdienten Strafe nichtcntgcbcn werden, wogegen wir dem Zustande dcr Verklärung unddem Genuß der ewigen Seligkeit entgegen sehen. Vs. 15 21.

1. 4 sebn'gms, meine Bruder, rühmen und nicht auf Fleisch ver-^ freuet euch im Herrn: trauen:

das nämliche euch zu schreiben 4. Wie wohl ich auch aufist mir nicht lästig, euch aber Fleisch vertrauen könnte. WennHeil bringend. irgend jemand anders meint auf

2 . Sehet hin auf die Hunde, Fleisch vertrauen zu können, ichsehet hin auf die bösen Arbei- kann es mehr:

ter, faßt ins Auge die Zerschnei- 5. Beschnitten am achten Tage,düng, vom Geschlechte Israel, aus dem

3. Denn wir sind die beschnit- Stamme Benjamin, ein Hebräerneuen, die wir im Geiste Gott von Hebräern, in Hinsicht deSdienen und uns in Christo Jesu Gesetzes ein Pharisäer

1. Vers. Freuet euch als Christen über die euch gewordenen Wohltha-ten: damit aber eure Freude nicht gestört werde, ist es gut euch vor Irrleh-ren: zu warnen, welches ich zwar schon gethan habe (s. Kap. 1, 27 30.

2, 1 16.), aber gern wiederhole, indem es sicher euer Heil fördert.

2. Vers. Paulus hat hier solche Afterlehrer vor Augen, welche aus demIudenthume zwar ausgeschieden und Christen geworden waren, aber sich nichtgebessert hatten, das mosaische Ritualgesetz für nothwendig zum Heil erklärten,und den Apostel verkleinerten. Er nennt sie Hunde, welcher Ausdruck beiden Orientalen bildlich unreine verächtliche Menschen bezeichnet, ferner Zer-schneidung, d. h. solche die sich Beschnittene nennen, aber Zerschnittene heißensollten, mit Rücksicht auf ihre Bosheit, wodurch sie den Tod verwirkt haben.

3. Vers. Wir sind die wahrhaft Beschnittenen, (die wir die Beschnei»düng des Herzens haben, s. Röm. 2, 28.), die wir Gott im Geiste undin der-Wahrheit anbeten (s. J oh. 4, 23.) und nicht auf Sinnliches unserVertrauen setzen, z. B. aus die Beschneidung, das mosaische Nitualgcsetz.Einige Kirchenvater, z. B. Ambrostus, AugustinuS u. a. übersetzten: die wirdem Geiste Gottes dienen u s. w., der Leseart vieler Handschriften folgendund brauchten die Stelle als Beweisstelle für die dritte Person in der Gott-heit, welches aber der Zusammenhang, besonders dcr Gegensatz in dem cSmit Fleisch steht, nicht gestattet.

4. VerS. Vgl. dasselbe II Cor. 11 , 18-

5. VerS. Ueber die Beschneidung vcrgl. Anm. zu Joh. 7, 23. Die

Worte sind wörtlich zu übersetzen, ich war achttägig