296 Der Brief Pauli an die Philippen Kap. m.
6. Nach dem Religionseifer dern die durch den Glauben an
ein Verfolger der Gemeinde, nach Christum, die Gerechtigkeit ausder gesetzlichen Gerechtigkeit ohne Gott durch den Glauben:Tadel. io. Daß ich ihn erkenne und
7. Aber was mir Gewinn die Kraft seiner Auferstehungwar , das habe ich um Christi und die Gemeinschaft seiner Lei-willen erachtet für Verlust. den, ihm ähnlich werdend im
8. Aber ich halte auch noch Tode:
alles für Verlust, weil die Kennt- 11. Ob ich wohl auf irgendniß Christi Jesu meines Herrn eine Weise zur Auferstehung vonalles übertrifft, um dessen willen den Todten gelange,ich auf Alles verzichtet habe und 12. Nicht als hätte ich eses für Koth erachte, damit ich schon ergriffen oder wäre schonChristum gewinne: am Ziele; aber ich strebe dar«
9. Und in ihm erfunden wer- nach, ob ich es auch ergreife,de, nicht habend meine Gerech- weswegen ich auch von Christotigkeit die aus dem Gesetze, son- ergriffen bin.
in Rücksicht auf die Beschneidung, d. h. ich bin beschnitten am achten Tage. -Ueber die Ausdrücke "Israel" und --Hebräer-- und den Wertb, welchen die Judcedarauf legten, vgl. Anm. zu H Cor. 11 , 22-, über die Pharisäer, s. Amu,zu Mattb. 3 , 7. Daß Paulus ein Pharisäer in Beziehung auf seine reli-giösen Grundsätze sey, sagt er von sich auch Apgsch. 22, 3 ff. 23,6.daß er aus dem Stamme Benjamin war, konnte er wvbl wissen, obgleich dieJuden seit mehr als 500 Jahren zerstreut und vermischt lebten, da man imOrient die Geschlcchtstafeln mit großer Gewissenbaftigkeil aufbewahrt-
6. Vers. Als Verfolger der christlichen Gemeinde bezeichnet sich Paulusoft. S. II Cor. 1, 13. Die --gesetzliche Gerechtigkeit-- ist eine solche Gerech-tigkeit, welche man sich durch Beobachtung der Gesetze Moses erwirbt.
7. 8. Vers. Sinn: Doch ist dieses Alles (s. V. 5. 6.) in Vergleichmit den Vortheilen, die ich als Christ habe, für nichts, ja für etwas ver-abscheuungswürdiges zu achten.
9 Vers. Die Gerechtigkeit, welche Lurch die Beobachtung des GesetzeSMoses erworben wird und die Gerechtigkeit, die aus dem Glauben hervorgeht,setzt Paulus gern einander entgegen. Vgl. darüber Röm. 3 , 21 — 24.
10. Vers. --Die Kraft seiner Auferstehung--, durch welche er nämlichden Tod überwunden, den Menschen die Thore des Himmels geöffnet hat.Vgl. I Cor. 15. --Die Gemeinschaft seiner Leiden» insofern ich mit ihmund um seinetwillen leide, eben so, wie er, der Sinnlichkeit absterbe, und ebenso, wie er, mich gehorsam gegen den Vater beweise.
11. VerS. Paulus spricht hier als Sterblicher, der als solcher auf denLobn der Tugend oder auf die Auferstehung zum ewigen Leben nicht mitSicherheit rechnen kann.
12. Vers. Sinn: Ich bin weit entfernt zu meinen, als hätte ich dasmir vorgesteckte Ziel, Christo im Tode wie im Leben gleich zu seyn, schon er-reicht: aber ich suche es zu erreichen.