über Ernährung u. Wachsthum der Pflanzen. 255
§. iZ74-
Die Erfahrung lehrt allgemein, daß der Boden,worin die Pflanzen wachsen, bey übrigens gleichen Um-standen, einen unverkennbaren Einfluß auf ihre Vegeta-tion habe, daß die Dammerde (blumu;), d. i., dievon der Verwesung thierischer und vegetabilischer Körperübrigbleibende Erve, der eigentlich fruchcbarmachendeTheil des zur Vegetation dienenden Bodens sey; unddaß durch fortgesetzten Anbau der Boden von seiner näh-renden Kraft für die Pflanzen verliehre, wenn er nichtvon Zeit zu Zeit von neuem mit befruchtender Dammerdedurch Dünger und Verwesung organischer Substanzenangeschwangert wird.
§- IZ7Z-
Diese Dammerde ist, wie schon der Augenscheinlehrt, keine reine Erde, oder kein Gemenge aus reinenErden, oder keine solche, die sich bloß durch ihre höchstfeine Zertheilung von andern unorganischen Erden unter-schiede. In einer reinen Dammerde, die bloß aus derVerwesung organischer Körper entsprungen ist, z. B.Waidenerde, und in welcher doch die Pflanzen, bey übri-gens gleichen Umständen, wuchernd wachsen, macht dieeigentliche unorganische Erde, die nach der Zergliederungdaraus übrig bleibt, nur sehr wenig aus. Die trockeneDestillation dieser Dammerde giebt mehr oder wenigerbrennbares und kohlensaures Gas, empyreumatischenGeist und Oehl, je nachdem ihre Verwesung weniger odermehr vollendet war, und hinterläßt immer eine Art vonkohligtem Rückstand, aus welchen! nach fortgesetztem Glü-hen und Einäschern nur ein geringerAntheil Erde geschiedenwerden kann, die nach der Natur der organischen Substanz,von welcher die Dammerde herrührt, selbst verschieden ist.Alles zeigt, daß die reine Dammerde sich in einem mehroder weniger vollkommen kohligem Zustande befinde.
§. 1376.