Heber die seit Errichtung des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler, am 17. Januar 1701(dem Tage vor der ersten Königs-Krönung in Königsberg), bis znm Tode des ersten Großmeistersnnd Ordcnssouverains, König Friedrich's 1. Majestät, am 25. Februar 1712, erfolgten Ernennungenzu Mitgliedern dieses Ordens ist von dem Ober-Ceremonienmeister von Besser in seiner Eigenschaftals Ordens-Ceremonienmeister eine genaue Liste geführt worden. Besser hat auch die erstenOrdensfeste beschrieben, welche wir für das hiesige Königliche Hausarchiv abschriftlich ans den:Königlich Sächsischen Staats-Archive zu Dresden erhoben und in einen: von den: GeheimenArchiv-Nath I)r. Märcker besorgten gedruckten Auszuge bereits vor 18 Jahren den damaligenKapitelsmitgliedern übersandt haben. Mit dem Tode Bessers, der 1729 zu Dresden in KöniglichPolnischen und Chursächsischen Diensten starb, hörten fast alle Aufzeichnungen über den HohenOrden auf, und selbst bei Zedler, Universallexikon, Leipzig 1732, ist über die Gründung und denFortbestand des Königlich Preußischen Schwarzen Adler-Ordens (Band I. xag-. 523) nichtsanderes zu lesen, als was die 1701 erschienenen Statuten desselben enthalten.
Während der Regierungsperiode König Friedrich Wilhelms I. sind gleichwohl viele Werkeüber geistliche und weltliche Ordensgcsellschaften erschienen, z. B. 1721: »Ilistoire dos Ordresiidlituiros ou des eUovuliors, Vuistordum Id Lrunel,« welche Auszüge aus Giustiniani, Bonani,Herma::, Schoonebeck und Heliot bringen, in denen über die Ritter des Schwarzen Adler-Ordenshöchstens noch angeführt wird, was Besser in seinen: Preußischen Krönungswerke (1712) vonihnen gesagt hat. A. a. O. Band IV. xu§. 277 heißen sic: »los elrovuliors de In tidolito o::de 1'uiAs iroir er: krusse«. Nicht einmal von den statutenmäßig in der Schloßkirche zu Königs-berg aufgehängten Wappenschilden ist irgendwo die Rede, und erst bei Küster, Pauli und Buch-holz, sowie in den Frankfurter Relationen, in den Sammlungen des Ordensrathes König undin den seit 1742 erschienenen Reichs - und Staats-Handbüchern (nach ihren: ursprünglichen Verlegerdie Varrentrapp'schen genannt) sind mehr oder minder vollständige Verzeichnisse der Ritter, welchevon den vier ersten Königlichen Ordens-Großmeistern ernannt wurden, anzutrefscn.
Bei Errichtung der General-Ordens-Kommission in: Fahre 1810 haben endlich Männersich gefunden, welche mit Fleiß und Ausdauer über die Mitglieder des Hohen Ordens schrieben.Unter diesen ist vor Allen General von Pirch zu ncnuen, dessen betreffendes Manuskript beiderGeneral-Ordens-Kommission aufbewahrt wird, ferner der Historiograph Preuß (vcrgl. Ledebnr'sArchiv Band XVII. xa«-. 32—58) und das Militair-Wochenblatt von 183Ü—1840.
Nachdem Seine Hochsclige Majestät König Friedrich Wilhelm IV. das in: Fahre 1713eingegangeue Ordens-Kapitel 1845 wieder hergestellt und 1848 eine Revision der Statuten von1701 vvrgcnommcn hatte, befahl Allerhöchstderselbe, daß bis zur Feier des 150jährigeu Bestehensdes Hohen Ordens eine Liste derer, welche denselben getragen, damals ca. 730 an der Zahl, ange-fertigt werden solle. Diesen: Allerhöchsten Befehle ist der Herausgeber gegenwärtiger Arbeit seinerZeit nach besten Kräften zu entsprechen bemüht gewesen/ an: 18. Fanuar 1851 wurde dem illustrenGremium der Ritter eine Uebcrstcht ihrer lebenden und verstorbenen Ordensbrüder vorgelegt. . Dochhaben wir in dem Vorworte zu dieser Uebersicht ausgesprochen, daß dieselbe nur als ein Versuch