betrachtet werden könne, der das Bedürfnis; allseitiger Berichtigung und Ergänzung fühlbarer machenwerde und um Gewährung derselben bäte. Diese Bitte ist von wenigen der Empfänger jenesVersuchs einer Liste der Ritter des Hohen Ordens erfüllt worden/ nur Seine Majestät der Kaiserund König, Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz und drei Verstorbene, derGeneral-Feldmarschall und Oberst-Kämmerer Graf zu Dohna, der erlauchte Graf Heinrich zuStvlberg-Wernigerode und der General der Kavallerie von Natzmer, haben dem Herausgeber-mehrfache Beiträge und Berichtigungen mitgethcilt.
Der Auftrag, eine vollständigere Arbeit zu versuchen, in welcher nicht nur der Tag unddas Fahr der Ordensverleihung, sondern wo möglich das Datum der Geburt und des Todes, sowiedie merkwürdigsten Thaten und Lebensschicksale der mit ihrem vollen Namen und Titel aufznführen-den Ritter enthalten sein sollten, ist dem Herausgeber nicht nur von Seiner Hochseligen Majestätdurch den damaligen Ordenskanzler, Oberst-Kämmerer und Hausminister, Grafen Anton znStvlberg, sondern auch von Seiner jetzt regierenden Majestät durch den Ordenskanzler, General-Feldmarschall Grafen voll Wrangel, zu Theil geworden. Aber erst am 3. August 1870, am Tagedes 100jährigen Geburtsfestes eines der gefeiertsten Ordens-Großmeister, des Königs FriedrichWilhelm III., den wir als den Hauptträger und Vorkämpfer des ruhmvollen deutschen Be-freiungskrieges von 1813 —15 verehren, konnten wir die neue vollständigere Arbeit, ein Ver-zeichnis; von 863 Nitterm, als beendet ansehen, wiewohl auch immer nur noch in so fern, alseine umfassende Correspondenz und die sorgsamste Benutzung handschriftlicher Quellen, namentlichauch der seit 1845 beim Ordcnssecretariat aufgesammelten Nekrologe der Ordensmitglieder, nichterfolglos blieb. Aber auch diesmal wird es Seitens der Empfänger der vervollständigten Listenoch vieler Nachsicht, Seitens des Herausgebers hingegen des Vorbehalts bedürfen, bei einer-etwaigen Fortsetzung Berichtigungen und Ergänzungen nachtragen zu dürfen.
Die Ueberreichung und Vertheilung unserer Arbeit hat am Inbeltage den 3. August 1870nicht stattfinden können. Auch der 170. Stiftungstag des Ordens ist vorüber gegangen, ohnedazu benutzt zu werden. Inzwischen aber ist eine neue Zeit angebrochen, und dem verheißungs-vollen Morgenstern des Ruhms der Hohenzollern ist der sonnige Tag des wiedergebornen deutschenReiches gefolgt/ der durch einen dritten glorreichen Feldzug, durch den Siegeszug nach Frankreich,gesegnete Heldengreis Wilhelm ist der Erste Hohenzollern, welcher als König von Preußenzum erblichen Deutschen Kaiser einstimmig erwählt worden ist. Als Deutscher Kaiser und Königvon Preußen wird nun der siebente Souverän: des Hohen Ordens zu befehlen geruhen, zuwelcher bedeutungsvollen Feier eines Sieges- und Friedenstages die Kapitulare des Ordens sichum ihren Großmeister versammeln und diese Blätter als Erinnerungskranz empfangen sollen,welche gleichzeitig auch an alle anderen Ordens-Mitglieder zu vertheilen sind.
Eine Nachweisung der Wappen sämmtlicher Ritter haben wir deshalb der Ordenslistebeifügen zu müssen geglaubt, weil früher oder später einmal der Fall eintreten möchte, daß diestatutenmäßige Aufstellung dieser Wappen anbefohlen, oder eine Ordensmatrikel angelegt würde, beiwelcher es an einem solchen Schmucke, ja vielleicht auch an Portraits, nicht fehlen dürfte.
Ein au: Schlüsse beigefügtes alphabetisches Register wird die Auffindung der einzelnenNamen in entsprechender Weise erleichtern.
Berlin, den 18. Juni 1871.
Der Ordens ^Leremonienmeister:Graf Stillfried.