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4 (1830) F bis G
Entstehung
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Gehler Gehör

ein und ist 7 — 8 Mal größer als das darunter und dahinter liegende kleine Ge-hirn (oerebellum). Es ruht auf den Augenhöhlen, dem Grunde des Schädelsund dem Zelte, und ragt nach hinten zu über das kleine Gehirn hervor. Auf derganzen Außenseite des großen Gehirns befinden sich Furchen, und jedes Mal zwischenzweien derselben rundliche, darmähnliche Windungen. Sie entstehen, indem sichdie Gefäßhaut ins Gehirn einsenkt, um dasselbe tiefer mit Blut zu versorgen. Dieäußere röthliche Substanz des Gehirns ist weicher und gefäßreicher als die innereweiße, welche das Mark des Gehirns heißt. Das Mark besteht aus Fasern, dienach den einzelnen Gegenden sehr verschieden sind. Das kleine Gehirn liegt unterdem großen in einer eignen Kammer der Hirnschale. Auf der Grundfläche sieht manes in eine rechte und linke Hälfte durch das dazwischenliegende Rückenmark getheilt,nach oben und hinten aber zusammenhängen. Es ist ebenso wie das große Gehirnmit einer Gefäßhaut umzogen, von Außen röthlichgrau, inwendig aber größtentheilsmarkig. Nach Verhältniß wird es viel tiefer und dichter von den Fortsetzungen derGefäßhaut durchzogen, als das große Gehirn. Schneidet man es in horizontalerRichtung ein, so steht man graue Ringe mit markigen einigermaßen concentrisch ab-wechseln. Zwischen der röthlichgrauen und markigen Substanz findet sich allent-halben im kleinen Gehirn eine dritte gelbliche Mittelsubstanz. Alles Mark des klei-nen Gehirns kommt in der Mitte gleichsam in einen kurzen Stamm zusammen.Die Erfahrung lehrt, daß in dem Bau des Gehirns viel seltener Abweichungen ge-funden werden als bei den andern Theilen des menschlichen Körpers. Auch ver-dient die Symmetrie des Gehirns wohl bemerkt zu werden, vermöge welcher Allesdarin doppelt ist. Selbst die Theile, welchem der Mitte liegen und darum ein-fach scheinen, wie z. B. das Rückenmark, bestehen eigentlich aus 2 symmetrischenHälften. Das Gewicht des gesammten Gehirns beträgt beim Menschen 2 — 3Pfund; es ist um so größer und schwerer, je jünger der Mensch ist, mit dem Alterwird es specifisch leichter. In Krankheiten, die mit Gcistcszerrüttung verbundensind, wird es zuweilen fester, zuweilen auch lockerer und weicher. Das Gehirn istdas eigentliche Werkzeug der Empfindung und hierdurchsdas materielle Substrackder Seele, sowie das höchste Organ des Körpers. S. Serrcs's „Anatomie vom-paree clu oorveau «Irrn« les 4 viasses lies aniinaux' vertedreo etc.", Paris 1824,mit Kpfrn. (erhielt von dem k. franz. Institut den Preis).

Gehler (Johann Samuel Traugott), geb. zu Görlitz den 1. Nov. 1751,wo sein Vater Bürgermeister war, bildete sich auf dem dasigen Gymnasium undstudirte in Leipzig anfangs Naturwissenschaften und Mathematik, später die Rechte.1773 war er Führer dreier in Leipzig studirender Russen, 1774 hielt er mathema-tische Privatvorlesungen, 1777 erhielt er die juristische Doclorwürde, von 1783an war er Rathsherr zu Leipzig und 1786 Beisitzer des Oberhofgerichts. Er starbden 16. Oct. 1795. Unter mehren gelehrten Abhandlungen von ihm nennt manvorzüglich seine „Oiosert. triotoriae IvAsritiiw. naturaliunr primoräirr" (Leipzig1776). G.'s Namen erhält das in seiner Art musterhafte „Physikalische Wör-terbuch" in alphabet. Ordnung (1787—95, 5 Bde.). Außerdem hat G. engl.und franz. Werke über Physik, insbesondere über Elektrismns übersetzt, von Deluc,Faujas-St.-Fond, Gregory, Adams, Fourcroy rc. Von G.'s „Physik. Wör-terbuch" geben jetzt Brandes, Gmelin, Pfaff, Homer und Muncke (unter des Letz-tem Leitung) eine dem gegenwärtigen Standpunkte der Wissenschaft gemäß neu be-arbeitete Ausg. heraus, von welcher der 1., die Buchstaben A und B enthaltendeBd. in 2 Abth. (Leipzig 1825, mit Kpfrn.) erschienen ist.

Gehör ist der Sinn, durch welchen die lebendigen Wesen Wahrnehmungvon denjenigen Schwingungen und Bewegungen der Lust bekommen, welche wirSchall oder Klang nennen, und daher zugleich der Sinn, welcher der umnittelbarengeistigen Mittheilung dient und beim Menschen zum Ton und Sprachsinn erhoben