436 Friese!
„Tradition, Mysticismus und gesunde Logik, oder über die Geschichte der Philoso- l
phie", 1810. Auch redigirte er einige Jahre den Philosoph., mathemat. und na- >
turwissenschaftl. Theil der „Heidelberger Jahrb. der Literatur", in welchen sich vieleAnzeigen von seiner Hand finden. 1816 ging er als großherzogl. sächs. Hofrathund ordentl. Pros. der rheoret. Philosophie wieder nach Jena und beschränkte dorts. Vorlesungen auf Philosophie, die er in einem jährigen Cursus vollständig abhan-delte. Von mehren hier seit 1816 herausg. Schriften nennen wir: „Handb. derprakt. Philosophie", 1. Bd.; „Allgemeine Ethik und philosophische Tugendlchre"(1818); Rechtfertigung gegen die Anklagen, welche wegen s. Theilnahme am !Wartburgfeste wider ihn erhoben worden sind (1818); „Handbuch der psychischenAnthropologie", 2 Bde. (1820 — 21), und „Julius und Evagoras, oder dieSchönheft der Seele", ein Philosoph. Roman (2 Bde., 2. Aufl., Heidelb.). F.'seigenthümlichste metaphysische Lehren sind die von der unmittelbaren Gültigkeit >des Glaubens und der Ahnung ewiger Wahrheit durch das Gefühl, welche nochüber die wissenschaftliche Gewißheit erhaben ist. Daher ergibt sich die ihm eigneVereinigung von Ethik, Religionsphilosophie und Ästhetik in der philosophischenZwecklehrc, sowie die Begründung der sittlichen Ideen und der ästhetischen Ideen^urch die Ideen von der Sch önhcit der Seele. Seine Glaubenslehre ist der Jaco-bi'schen verwandt; dies befreundete ihn mit F. H. Jacvbi und veranlaßte, daß Ja-cobi sich in seinen spätern Schriften seinen Ansichten wesentlich näherte. Eine engereund durchgreifendere Vereinigung sowol mit dem Lehrer als mit dessen Schülernwurde dadurch verhindert, daß F. einen hohen Werth aus die systematische Durch- Ibildung der Wissenschaft legt, den Jacodi und dessen Schule nicht anzuerkennenscheint. F.'s Glaubenslehre konnte vorzüglich die Theologen ansprechen, daherauch einige, besonders de Wette, sie ihren theologisch-dogmatischen Werken;»Grunde legten. Am meisten haben seit dem Feste auf der Wartburg seine angebli-chen politischen Meinungen die öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Wenn es sich,seinen Versicherungen nach, dabei auch nur um wohlgemeinte Bemühungen han-delte, sich der gesellschaftlichen Verhältnisse der Sludirenden unter sich anzunehmen,den unter einer großen Zahl derselben erwachten Geist der Gesetzlichkeit, Einigkeitund Vaterlandsliebe zu begünstigen, Rückschritten zu gesetzwidrigen geheimen Ver-bindungen zu wehren und die Rohheit früherer Zeit durch bessere und edlere Sittezu verdrängen: so scheint er doch in seinem Eifer für seine guten Zwecke nicht dieje-nigen Mittel gewählt zu haben, welche in unserer ebenso bewegten als mißtrauischen »
Zeit zu diesem Ziele würden geführt haben. Er wurde von der großherzogl. wei- !
manschen Regierung von seinem Lehramte suspendirt, jedoch im Genusse seines vol-len Gehalts gelassen. 1824 wurde er des Amtes eines Pros. der Logik und Meta-physik gänzlich entbunden; dagegen erhielt er die Professur der Physik und Mathe-matik , jedoch vor der Hand nur widerruflich und ohne Theilnahme an den Geschäf-ten des Senats und des Conciliums. Er benutzte die ihm dadurch gewordene Mußezu wichtigen wissenschaftlichen Forschungen.
Friesel, eine Hautkrankheit, welche in kleinen, auf der Haut hervorbre-chenden, meistens spitzigen Bläschen von der Größe der Hirsenkörner bis zu demUmfange der Hanfkörner, und zuweilen noch darüber, bestehen. Diese Bläschensind meistens mit einer dünne» Feuchtigkeit angefüllt. Man unterscheidet vorzüg- "
lich rothes und weißes Friese!. Bei dem rothen stehen die Bläschen auf einem ro- ^
theil Boden, sind ganz klein, selbst röthlich, oder die Rothe der Haut schimmertdurch; bei dem weißen ist die Haut entweder gar nicht roth, oder die Bläschen sindgrößer und mit eiterähnlicher Flüssigkeit angefüllt. Eine Unterart besteht aus grö-ßer», geronnenen, Schweißtropfen ähnlichen Bläschen, die mit krystullheller Flüs- >sigkeit angefüllt sind, und wird auch Perlfriesel und Glasftiesel genannt. DasFriese! zeigt sich zuweilen nur an einigen Stellendes Körpers, besonders auf der