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4 (1830) F bis G
Entstehung
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44 Faust (Johann) j

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unentschieden. Das Erste ist am wahrscheinlichsten. Er war der Sohn eines 'Bauern, der ihn nach Wittcnberg sendete, wo er sich den Wissenschaften wid-mete. In seinem 16. Jahre ging er nach Jngolstadt, studirte Theologie, wurde3 Jahre nachher Magister, wendete sich aber von der Theologie zu der Medicin,Astrologie und Magie, worin er auch seinen Famulus, Jvh. Wagner, eines Pre-digers Sohn zu Wasserburg, unterrichtete. Nachdem er die reiche Erbschaft seinesOheims verschwendet hatte, bediente er sich, der Sage nach, seiner erlangten Kraft,die Geister zu beschwören, beschwor den Teufel und machte mit ihm einen Bundauf 24 Jahre. Er erhielt einen Geist, Mephistopheles, zu seinem Diener, mit

welchem er nun umhcrreiste, lustig lebte und durch Wunder die Welt in Erstau-nen setzte (z. B. auf einem Weinfasse aus Auerbach's Keller 1523 in Leipzig davon-eilt, worauf sich noch ein altes Bild in diesem Keller bezieht), bis endlich im DorfeRimlich, Nachts zwischen 12 und 1 Uhr, der Teufel ihn grausamlich umbrachte,wie solches von Georg Rudolf Wiedemann in den „Wahrhaftigen Historien vondenen greulichen Sünden v. Jvh. Faustens" (Hamb. 1599), und in dem altenbeliebten Volksbuche: „Des durch die ganze Welt verrufenen Erzschwarzkünstlersund Zauberers 0. Faust mit dem Teufel aufgerichtetes Bündniß, abenteuerlicherLebenswandel und schreckliches Ende" (gedr. zu Köln am Rhein und Nürnberg),berichtet wird. Ob an dieser Sage Etwas wahr sei oder nicht, darüber ist man-cherlei Streit gewesen. Einige, welche diesen F. mit dem vorigen verwechselten,waren der Meinung, die Mönche, welche damals durch Abschreiben der Büchernicht wenig verdienten und durch Erfindung der Buchdruckcrkunst sich beeinträch-tigt sahen, hätten, aufgebracht hierüber, die neue Erfindung als des Teufels Werkverschrieen und dem Namen Faust ein ewiges Brandmal durch die Erfindungjener Geschichten aufdrücken wollen. Diese Meinung aber widerlegt sich dadurch,daß jener F. in das 15., dieser in das 16. Jahrh, gehört, und gegen 1560 ver-schwand. Die, welche sein Dasein gänzlich läugnen wollten, haben die Zeug-nisse Tritheim'S, Melanchthon's u. A. gegen sich, die ihn selbst gesehen hatten.Demnach würde uns wol am Ende ein ungewöhnlicher Mensch übrigbleiben, mitphysikalischen Einsichten, die sein Zeitalter als Wunderwerke, und mithin alsWerke des Teufels, anstaunte und fürchtete. Vielleicht zog er auch umher, durchTaschenspielerkünste und natürliche Magie die Augen der Menge zu blenden. DieErzählung der Faust'schen Abenteuer hat die Entstehung eines andern Buchs ver-anlaßt : „Faust's Höllenzwang, oder der schwarze Rabe". Diesem Bucheschrieb sonst der Aberglaube Wunderdinge zu. Es enthält schon auf dem Titel,dem zufolge es 1404 zum ersten Mal gedruckt ist, eine Lüge, und ist mit lautersinnlosen Charakteren und Figuren und schändlich gemißbraucht«» Bibelsprüchenangefüllt. — Jene Legende hat der Poesie Stoff zu mehr als einem Meisterwerkegeliefert. Nachdem dieser Stoff lange Zeit nur für Farcen und Marionettenthea-ter war benutzt worden (s. Görres, „Ober die deutschen Volksbücher", verglichenmit den Spittler'schen Zusätzen zu Moser's „Würtemb. Bibliothek"), faßte Les-sing die Idee, ihn zu höhern Zwecken zu benutzen, und entwarf 2 Trauerspielevon v. Faust, wovon leider nur ein kurzes, aber meisterhaftes Bruchstück übrigist. Klinger, in „Faust's Leben, Thaten und Höllenfahrt", und Göthe, in sei-nem unübertroffenen „Faust", gehen Beide von derselben Idee aus, nur mit demUnterschiede, daß es bei Beiden nicht der Teufel ist, der F. an der schwachen Seiteder Wißbegierde faßt, um ihn zu verleiten, sondern daß die Wißbegierde selbst ihndem Teufel in die Arme führt, sodaß man mit dem Göthe'schen Mephistophelesagen möchte:

Und hätt' er sich auch nicht dem Teufel übergeben,

Er müßte doch zu Grunde gehn.

Faust ist bei Beiden eine hypergeniale Natur. Früh schon fand er die Grenzen