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seine Heimath. Schon traf er Anstalten, sich in Paris niederzulassen, als Napo-leons Landung seine Plane störte. Von Wien, wohin der preuß. Gesandte, Grafvon Golz, ihn geschickt hatte, begab er sich zu Ludwig XVIU. nach Gent, wo aberder Ruf von seiner Geschicklichkeit in geheimen Unterhandlungen ihn bei dem Mi-nister Blacas in den Verdacht eines Verständnisses mit Napoleon brachte. DieFolge davon war, daß er verwiesen wurde und in Brüssel gefangen saß, bis derpreuß. Gesandte sich für ihn verwendete. Nach der Schlacht bei Waterloo kam ernach Paris; später begab er sich nach England, wo er ein Zahrgeld von der Regie-rung genießt. Er selbst gibt Nachricht von seinen Unterhandlungen in s. „krsvisblstorigue äe äiKerento» inission» «Isn« lesguelles iU. lüoui» Vauolre-korsI uete einplo/v pour In oause >ie I» jUonarebie ete.", der 1815 in Paris heraus-gegeben, hier aber unterdrückt wurde, und dann 1816 zu Brüssel erschien. DerWahlspruch auf dem Titel: kveuain pro muuer« (Strafe für Lohn), verräth,daß er sich in seinen Erwartungen betrogen gesehen hat. — Seine Betriebsamkeitfand seitdem ein andres Feld; es gelang ihm, in Berlin ein Patent zur Bereitungdes Kothstaubes, eines wirksamen Düngungsmittels aus den Abfällen der thieri-schen Ökonomie, zu erhalten. S. „ÜU-moire»" (3 Bde., Paris 1829), mit Bild-nissen und Facsimiles, enthalten manchen guten Beitrag zur Geschichte der stanz.Emigration. 26.
Faujas-de-Saint-Fond (Barthelcmy), Geolog und Naturforscher,geb. 1750 zu Montölimart. Auf seinen Reisen durch fast alle Länder Europasund der neuen Welt richtete er seine Aufmerksamkeit beinahe einzig auf Gegenständeder Naturforschung, besonders auf vulkanische Erzeugnisse. Was er darüber mit-getheilt hat, gab neue Aufschlüsse. In seinen „kooberoke« «ur les voivsos steint««In Vivarais et du Velar" (1778) entwickelte er seine Ansichten über die Entste-hung der Vulkane, die er aus der Verbindung des Wassers mit dem unterirdischenFeuerherd erklärt. Seine Untersuchungen machten ihn der Ansicht derjenigenGeologen geneigt, die den Ursprung aller Trappgcbirge für vulkanische Erzeugnissehalten, wie er in seinen „Lssai» zeoloxigue«" darthat. Unter seinen zahlreichenSchriften sind zu erwähnen: „Die Naturgeschichte der Trappgebirge" (1788 undn. A. 1813), „Die Beschreibung der Gebirge bei Mastricht" (1798 — 1808,10 Liefcr. in Fol.) und s. „Reise durch England, Schottland und die Hebriden"(1797, 2 Bde.), die auch auf die Sittenverhältnisse jener Länder belehrende Rück-sicht nimmt, und in Wiedemann s deutscher Übersetzung (Göttingen 1799) durchdie Anmerkungen des Schottländecs Macdonald bereichert ward. Er starb zuParis den 26. Juli 1819.
Fäulniß, der dritte Grad der Gährung, in welchem sich sowol thierischeals auch Pflanzenstoffe, jeder nach seiner Eigenthümlichkeit oder Natur, freiwil-lig, unter Entwickelung kohlensaurer, stick- und wasserstoffhaltiger Gasarten, de-nen durch die Beimischung von mehr oder weniger Schwefel und Phosphor einmcphitischcr Geruch zugesellt ist (was jedoch mehr bei Faulung thierischer Stoffe ge-funden wird), zersetzen, und zuletzt eine mehr oder weniger erdige, reine Masse zu-rücklassen, an der die vorausgegangene Faulung durch den Geruch zuweilen nochlange errathen werden kann. Ein sehr geminderter Grad oder gänzliche Aufhebungder Lebensthätigkcit, Zutritt der Luft, Wärme und Feuchtigkeit, Annäherungschon faulender Körper, bedingen, unterhalten und vollenden sie, jedoch ist der Aus-druck von Faulung bei noch vorhandenem, wenn auch sehr vermindertes Leben nichtso deutlich; daher auch nur Geneigtheit zur Fäulniß in den sogenannten Faulsie-bern, Faulkrankheiten, und nicht wahre Fäulniß angenommen werden kann. Beimkalten Brande hingegen ist wahre Faulung, hier ist aber auch in dem brandigenTheile alles Leben völlig verschwunden, es ist eine örtliche Fäulniß zu nennen. DieFaulung von Pflanzenstoffen geht langsam vor sich, sie müssen mit Wasser ange-