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Farnese (Haus)
Geistes und Stärke des Körpers bestimmten ihn zu den Waffen. Die erstenProben seiner Tapferkeit legte er unter Don Juan d'Austria in der Schlacht beiLepanto ab. 1577 rief ihn Philipp II. aus Abruzzo, wo er sich bei seiner Mut-ter befand, um dem Don Juan die Truppen wieder zuzuführen, die dieser ausFlandern, wo die spanischen Angelegenheiten jetzt sehr schlecht standen, hattezurückschicken müssen. Don Juan, der schon lange gekränkelt hatte, starb imnächsten Jahr«; Alessandro ward nun Statthalter, gewann Mastricht undandre Städte zurück, und ließ sich mit den Insurgenten in Unterhandlungen ein,wobei es ihm gelang, die katholischen Unterthanen mit Philipp II. zu versöhnen,indeß sich die protestantischen durch die utrechter Union unter einander verbanden,und im Herzoge von Anjou, einem Bruder Heinrichs III. von Frankreich, ei-nen neuen Vertheidiger herbeiriefen. Dieser erschien mit 25,000 Mann; beiallen Gelegenheiten aber trug Alessandro Siege und Vortheile über ihn davon.Mitten unter diesen Triumphen erhielt er die Nachricht vom Tode seines Vaters.Um jetzt die Regierung seiner Staaten anzutreten, verlangte er den Abschied ausspanischen Diensten, erhielt ihn aber nicht, und sah das Land, dessen Herzog ergeworden war, nie wieder. Das Glück der Niederlande, die sich schwerlich langegegen einen so tapfern, talentvollen und edelmüthigen Feldherrn behauptet hat-ten, waren die französischen Bürgerkriege. Alessandro rückte in Frankreich einund nöthigte Heinrich IV., die Belagerung von Paris aufzuheben. Wahrendseiner Abwesenheit hatte Moritz von Nassau in den Niederlanden viele Vortheile lgewonnen; doch stand er nicht nur ihm, sondern auch Heinrich IV., mit obeneinunruhigen und schlecht besoldeten Truppen, siegreich entgegen. Bei der Rück-kehr von diesem Feldzuge erhielt er 1592 vor Caudcbec eine Wunde am Arme,deren Vernachlässigung ihm zu Arras im 47. Lebensjahre den Tod zuzog. AlsHerzog von Parma folgte ihm sein ältester Sohn, Ranuzio I., der keine vonden glänzenden Tugenden seines Vaters besaß, sondern finster, strenge, habsüch-tig und mißtrauisch war. Die Unzufriedenheit des Adels mit seiner Regierungveranlaßte ihn, den Häuptern der angesehensten Familien eine Verschwörung an-zudichten, ihnen heimlich den Proceß machen, sie hinrichten (19. Mai 1612) undihre Güter einziehen zu lassen. Dieses unerhörte Verfahren empörte viele ita-lienische Fürsten, und nur der Tod des aufgebrachtesten, des Herzogs VincmzoGonzaga von Mantua, hinderte den Ausbruch eines Krieges. Seinen natürli-chen Sohn Ottavio, der die Liebe des Volks besaß, ließ er im Kerker unbarm-herzig verschmachten. Er selbst starb 1622. Ungeachtet der Nvhheit seines Cha-rakters zeigte er Geschma'ck für Wissenschaften und Künste; auch wurde unter sei-ner Regierung das berühmte Theater zu Parma nach dem Mustek der Alten vonJoh. Bapt. Aleotti erbaut. Sein Sohn und Nachfolger, Odoardo F. (gest.1646), besaß viel Talent zur Satyre, große Beredtsamkeit, aber noch mehr Dün-kel und Eigenliebe. Hang zu Abenteuern und die Eitelkeit, auch in den Waffenglänzen zu wollen, verwickelten ihn in Kriege mit den Spaniern und mit Papst Ur-bar, VIII., dem er große Summen schuldig war. Seine übermäßige Beleibtheit, dieer auch auf seine Kinder vererbte, machte ihn zum Kriegswesen fast ganz ungeschickt,wie leidenschaftlich er es auch liebte. Nicht so grausam wir sein Großvater, auchnicht so voll Dünkel wie sein Vater, war der nun folgende Ranuzio II. (gest.1694), aber schwach, und häufig ein Spielball unwürdiger Günstlinge. Einervon diesen, Namens Godefror, den er aus einem französischen Sprachlehrer zumersten Minister und Marchese umgcschaffen hatte, ließ den neuen Bischof vonCastro ermorden, den Farnese nicht anerkennen wollte. Entrüstet darüber, ließPapst Jnnoccnz X. Castro schleifen, und Godefroi, der von den päpstlichen Trup-pen geschlagen wurde, verlor endlich die Gunst seines Herrn, und bei seiner Rück-kehr Güter und Leben. Der älteste Sohn Ranuzio's, Odoardo, wurde so dick,
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