§. 4 6. Der 22. Oktober 1822. Die Nacht vom21. war bis nach Mitternacht ziemlich ruhig, umlder Berg schien wenig in seinem Innern bewegt,aber schon um ein Uhr Morgens, den 22. richtetesich unverseliends über dem Krater eine unermess-liche Feuersäule empor (1), welche aus einem Un-geheuern Strahl von glühendem Sand und glühendenSteinen bestand, deren ein Theil in den Krater zu-rückstürzte , ein anderer Theil in parabolischen Kurvenhinabfahrend, den Schrecken in die tiefer gelenenLandschaften verbreitete. Der Anblick dieser unge-fähr zweitausend Fuss hohen Säulen (2), aufgepflanztauf dem Gipfel eines ringsum vom Feuer leuchtendenBerges, gewährte denjenigen, welche um diese Stun-den in der Hauptstadt noch wach waren, eines derentzückendsten Schauspiele.
§. 47 - An der östlichen Seite des Berges wardagegen die Erscheinung nichts weniger als erfreu-
1) Wir haben bereits oben (§. 11.) bemerkt, dass man bei
den Ausbrüchen im Februar periodische Ab- und Zu-nahmen in der Thätigkeit der vulkanischen Operazionenbeobachtet habe. In dem gegenwärtigen Ausbruch ha-ben wir dieser wichtigen Erscheinung unsre ganze Auf-merksamkeit gewidmet, und haben, so viel es unsmöglich war, die Dauer der Paroxismen gemessen.
A. d. V.
2) Man hat die annäherungsweise ermittelte Höhe der Säulen
nach der Dauer berechnet, welche ein Stein von demhöchsten Punkt seiner Erhebung bis zu seinem Nicdcr-fallen auf den Rand des Kraters nöthig hatte.
A. d, V.