Druckschrift 
Der Vesuv in seiner Wirksamkeit während der Jahre 1821, 1822 u. 1823
Entstehung
Seite
19
Einzelbild herunterladen
 

19

Die Nacht war bereits weit vorgerückt, und dieMasse der Neugierigen , anstatt abzunelimen , wuchsimmer mehr an. Die Strasse, welche zur Einsie-delei führt, wimmelte in ihrer ganzen Länge vonFackeln , und erhielt dadurch das Ansehen eineszweiten Feuerstroms. Ausser diesem anziehendenSchauspiel einer Volksmenge , welche in ihrer Be-wunderung der Naturerscheinungen sich nicht durchden Brand und die Erschütterungen des erzürn-ten Berges besorgt machen liess, bot sich unsernBlicken ein noch selteneres Gemälde dar : der An-*blick des Feuerwerks, welches der Vulkan auf sei-nem Gipfel spielen liess: die Rauchwirbel, welchein tausend verschiedenen Weisen wechselten : derFeuerstrom, welcher langsam seine glühenden Wo-gen in die Tiefe wälzte : der Wiederschein des

Feuers, welcher den Berg, die Thäler, die Bäumeund Felsen mit düsterrotlxen Farben malte : das

benachbarte Meer, das wie ein unermesslicher Spie-gel das ganze Gemälde aus seinem Schoosse zu-rückstrahlte : die unterbrochenen Schläge , welchenach den entferntesten Gegenden des Gesichtskreiseshier sich donnernd wiederholten: alle diese ver-schiedenen und heftigen Eindrücke erregten in demGemülhe Schauder und Bewunderung, und riefenjenes Gefühl von Grösse, von Erhabenheit hervor,welches die Natur in ihren schrecklichen Kriseneinllösst.

Von so mannichfaclien Gefühlen waren auchwir durchdrungen, als wir den grossen Krater, vonder Seite der Grotta del Mauro , hinaufstiegen, umdem Mittelpunkte der vulkanischen Thätigkeit näher