der Menschenkind Thiere, rc. 72Y
da es in Mutter-Leibe in der Verwandlung ansängetfortwachst und genähret wird, kanman es^"auch in dem Zustande nicht für etwas todteshalten. Wir sehen es auch in der Ver-wandlung/ welche die Natur bey Raupenund Geiden-Würmern zeiget. Da liegetdas Thierlcin, welches verwandelt wird,ohne eine merckliche Regung da, als wennes todt wäre. Unterdessen kau man es dochnicht eigentlich für ein todtes Wesen halten.
Denn wenn eine Raupe oder Seiden-Wurm, oder auch ein anderes Tkierlem,was eine Verwandlung leidet/ sich zu derVerwandlung zugerüstet, und verstirbst in! diesem Zustande; so gehet die Verwand-' lung nicht vor sich , sondern der Leib ver-> weset, es mag ein Anfang davon geschehen, seyn , oder nicht. Und demnach ist der! Zustand der Verwandlung ein mittlereri Zustand zwischen Tod und Leben, der des! wegen keinen Nahmen erhalten, weil mani ihn zur Zeit nicht genau erwogen. Daßer aber von beyden unterschieben, habe ichzur Gnüge gezeiget. So bald nun deri alte Balg herunter ist und die Frucht ihrewahre Gestalt erhalten hat, und nun ihreneue Gliedmassen anfangt zu regen; so pfle-get man zu sagen, daß sie nun anfange zu1 leben, weil man das Leben eines CörpersI durch die darinnen sich ereignende Bewe-1 §L 5 gmr>