der Menschen und Thiere. 649
verdauet werden. Den daß er eine Krafft hatdie Speisen aufzulösen, siehet man nicht nuraugenscheinlich an den Stücklein Fleisch,oder Brodt, so zwischen den Zähnen han-gen bleiben, die nach und nach gantz weichwerden, daß sie sich wie eine Butter zer-strcichen lassen; sondern man findet auchvielfältig, daß der Speichel Sachen , dieleicht gähren , zu einer Gährung bringet:dieGahrung aber bestehet in einer innerenBewegung, und demnach ist der Speichelgeschickt dergleichen zu erregen. Durch in-nere Bewegung aber der subtilen Theilgenmuß die Auflösung der Speisen geschehen.Man darf nur gekäuete und mit Speichelwohl vermischte Speise in ein Gläßleinthun und in einen etwas warmen Ort setzen;so wird man bald sehen, was sichereignet.Man muß aber freylich unter den verschie-denen Arten der Thiere einen Unterscheidmachen. Denn z. E. Vögel haben keinrZähne und zermalmen ihre Speise nicht imMunde; so findet man auch in den Raub-Fischen , als z. E. in Hechten, Fische, Frö-sche und Kröten gantz im Magen, die des»sen ungeachtet, doch von ihnen verdauetwerden. Und es ist kein Zweiflet, daß auchunter den Menschen sich ein Unterscheid be-findet. Ich pflege die Speisen, so ich ge-nieße,wohl zu käuen und sie werden mir auchnahrhafft, und ich finde, daß sie verdauetworden. Ss 5 8.410.