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scheu und eines Weisen können sich unmöglich gleich sein. DasAuseinanderweichen derselben ergibt sich von selbst.
Vielleicht schon ehe ein Jahrhundert vergeht, wird manmitten unter allen Kirchen des abendländischen Europa's eineneue Kirche aufgehen sehen, welche sich von allen übrigen inden Satzungen und Gebräuchen scharf unterscheidet, und dochin den von Jesu geoffenbarten Grundwahrheiten vollkommenmit allen übereinstimmt. Ja, diese neue Religionsgcsekschaftist dem Wesen nach schon vorhanden, ohne noch in einer be-sondern äußerlich ausgezeichneten Form zu bestehen. Die Formist eine irdische Frucht der Zeiten und Vortheilhaft zusammen-wirkender Verhältnisse. Schon jetzt findet man zwischen dengebildetem Christen in den katholischen und protestantischenKirchen, selbst unter den gebildetem Juden, eine große Zahl inallen Ländern, welche wesentlich mit einander übereinstimmt,und von den alten Lehrbegriffen abweicht. Es gibt Juden,welche, ohne sich Christen zu nennen, ohne die Satzungen einer. christlichen Kirchenpartei anzunehmen, das unserm Zeitalter,
> unsern Verfassungen und Sitten nicht mehr angemessene GesetzMosis, noch mehr den vernunftwidrigen Talmud verlassenhaben, und, gerührt durch Jesu Wahrheit, wahre Christensind. Es gibt zahllose Katholiken und Protestanten, welche zwardem Acußerlichen nach, und um die bürgerlichen Einrichtungenzu befriedigen, den Kirchen treu bleiben, in denen sie geborensind, aber deren Herz und Geist sich weder mit der aus finsternoder streitsüchtigen Zeiten hergebrachten Lehrmethode ihrer Kirche,noch mit den ihren Zwecken nicht mehr entsprechenden gottes-dienstlichen Zeremonien ganz verträgt. Diese erkennen, verstehen' und lieben sich unter einander, »»verabredet; sie sind Freundeund in der Jüngerschaft Jesu, ohne Rücksicht auf die Kirchenzu nehmen. Alle vereinigten sie sich in ihrem Gemüth durchJesum Christum zu Gott, dem allbarmherzigen Vater seinerErschaffenen; Alle erkennen sie in Jesu Christo den Gott-gebornen, durch welchen sich das höchste Wesen den Geisternauf Erden wunderreich geoffenbart hat; Alle fühlen sie, daß sienicht durch sich selbst, sondern daß sie nur durch die Gnade