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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
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Glaube, sei er, nach Maßgabe der Kenntniß und Geisteskraftdes Besitzers, vollkommener oder unvollkommener, ist ehrwürdigund gut, sobald er ehrwürdige und gute Früchte bringt. Er istgewöhnlich schon in früher Jugend entsprossen durch die Saatendes ersten Unterrichts; nachher aber ist er weniger durch wörtrliche Belehrung, als durch Schicksale, Freuden und Leiden, durchNachdenken und zufällige Lichtblicke beim Lesen oder Hören immermehr und mehr mit den Jahren vervollständigt und entwickeltworden; er ist tief in die Erinnerungen, oft in die liebsten unsererKinderjahre eingewurzelt, ist mit allen unsern Vorstellungen undGefühlen und Neigungen aufs innigste verwachsen; er füllt unserganzes Gemüth aus. Jemanden bekehren und ihn ganz und garzu einem andern Glauben bringen wollen, heiß! seine innere Welt,sein wahres Leben zerstören, und ihm einen Geist einhauchenwollen, der nicht sein eigenthümlicher Geist ist. Dies aber istunmöglich. Und wirklich haben sich auch von jeher diejenigenbetrogen, welche glaubten, bekehrt worden zu sein, oder Jemandenbekehrt zu haben. Jeder bleibt, der er ist. Er kann äußerlicheZeichen, nicht sein inneres Wesen, ändern. Er kann vielleichteinzelne Theile von der Vorstellungsart eines Andern in sichaufnehmen und mit seinen übrigen Begriffen verknüpfen, abernicht seine gesammte religiöse Vorstellungs- und Empfindunzs-art vertauschen, wie ein Kleid. Sehr häufig hat man vielmehrwahrgenommen, daß die Neubekchrten, deren Ueberzeugungenman gestört und zerrüttet hat, hintcnnach schlechtere und irreligiö-sere Maischen geworden sind, als sie vorher waren; ober daß siein spätern Jahren zu der Religion ihrer Jugend mit bereuendemGemüthe zurückgekehrt sind; oder daß sie bürzcrl.cher Vortheilewillen Heuchler waren und Heuchler blieben.

Wenn das Proselytenmachen unter Genossen verschiedenerchristlicher Kirchen, welche sich doch nur durch außel wesentlicheReligionsmeinungen und Gebräuche von einander unterscheiden,sehr verwerflich ist: so kann man darum doch mit nichtcn dieBemühungen derer tadeln, welche Völkern das EvangeliumJesu Christi bringen, die es noch gar nicht kennen. Denn daslautere, reine Christenthum, wie es der göttliche Welrheiland ver-