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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
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zur rechten Pflicht, mir scharfem Blick auf Jeden Acht zu haben,der in irgend einer seiner Vorstellungen vvm angenommenenLehrbegriffe abzuweichen schien, um ihn zu widerlegen und einesgefährlichen Irrthums zeihen zu können. Alle Schriften derGeistlichen waren zu jener Zeit mit dergleichen Streitigkeitenüber außerordentliche Religionsfragen angefüllt, und jede Parteibewies die Richtigkeit ihrer Lehrsätze aus denselben Stellen derheiligen Schnft, aus welchen Andere sie als Ketzerei und Irrthumbcstritten. Damit verknüpfte sich noch eine andere Untugend desfalschen RelizionSeifers, nämlich die Sucht, auf alle Art undWeise Mitglieder anderer Kirchen zu derjenigenGlaubensgenossenschaft herüberzuziehen, zu derman selbst gehörte. Die Prosclytenmacherei trieb damals ihrWesen auf die thörichtste Weise. Man ließ es an keiner Zudring-lichkeit fehlen, und benutzte bald Drohung und Schrecken, baldVorspiegelungen weltlicher Vortheile, bald Mittel des Aberglau-bens und fromme Betrügereien, um seiner Kirchenpartei einenneuen Anhänger zu gewinnen und ihn der Gegenpartei zu ent-ziehen. Das galt dann dem geistlichen Stolze und der eiteln Recht-haberei als ein hoher Triumph. Man bedachte nicht, daß damitkeineswegs Gott eine Seele zugeführt war, wenn man einenMenschen dahin brachte, ein anderes Glaubensbekenntniß her-zusagen. Man verhärtete sich damit nur in dem traurigen, höchst-verdcrblichen Irrthum, als wenn alles Glück des Lebens, alswenn die ewige Seligkeit allein von der äußerlichen Verbindungdes Menschen mit einer gewissen kirchlichen Gesellschaft abhänge.

Der Wunsch, andere Personen zu der Meinung zu führen, diewir selbst haben und fürwahr halten, ist sehr natürlich. Es istauch allerdings erlaubt, ja es ist heilige Pflicht, daß wir das, waswir als Wahrheit und segensvolle Ueberzeugung erkennen, mitüberzeugenden Gründen für Andere aufstellen. Aber daran müssenwir uns begnügen, und ihnen überlassen, unsere Sache zu prüfenund das Gute zu behalten. Wir haben kein Recht, die Ueber-zeugungen Anderer unmittelbar anzugreifen, als Irrthümer zuverwerfen oder gar verächtlich und lächerlich zu machen. DerGlaube jedes Menschen ist sein schönstes Heiligthum. Dieser