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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
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Abendmahl wirklich in Jesu Leib und Blut verwandle, oder obJesu Leib und Blut in und mit dem Wein geistiger Weise ge-nossen, oder nur sinnbildlich dargestellt werde; ob die Seelennach dem leiblichen Tod, ehe sie in ihre ewige Bestimmung ein-gehen, noch durch ein Reinigungs - oder Fegfeuer geläutertwerden; ob sie aus diesem peinlichen Zustande durch Meßopfer,Gebete und Fürbitten der Heiligen früher befreit werden können;ob demjenigen Menschen, welcher als Nachfolger auf dem Stuhledes Apostels Petrus zu Rom sitze, Untrüglichkeit des Ausspruchsüber Glaubensdinge zuzuschreiben sei: über solche und ähnlicheFragen ward die Liebe vergessen, vergessen die Barmherzigkeit,die Geduld, die Versöhnlichkeit und jede von den TugendenJesu, die er uns empfohlen hatte zur Nachahmung.

Die Beobachtung äußerlicher Formen, kirchlicher Gebräuche,eine gewisse Uebereinstimmung in Meinungen und Lehrbegriffcn,ist allerdings vorthcilhaft und zu gemeinsamer Erbauung wohl-thätig; aber wichtiger, als die Form, bleibt doch das Wesen;wichtiger, als das Wort, bleibt die That, wichtiger, als Meinenund Glauben, die Liebe und Tugend. Es kann Niemand einwahrer Christ, ein wahrer Mensch sein, der nicht in Jesu Sinndenkt und handelt, der nicht den Vater im Himmel über Allesliebt, und seine Miterschaffenen auf Erden brüderlich, wie sichselbst. Aber wohl kann der ein ächter Jünger des Heilandes sein,welcher im Geiste des Herrn wandelt, ohne alle Gebräuche undMeinungen der einen oder andern Kirchenpartei anzunehmen.Oder ist derjenige darum minder ein Christ, der, weil er unterheidnischen Völkern oder bei türkischen Nationen lebt, weder seinganzes Leben lang eine Kirche besuchen, noch das Abendmahlgenießen, noch seine Kinder taufen lassen kann, noch andereheilige Gebräuche vollbringt, aber dennoch christlich lebt undhandelt? Wer möchte solches behaupten?

Der übermäßige Werth, welcher von den christlichen Religions-parteien auf Formen und Lehrbegriffe gesetzt ward, brachte nachden Glaubenskriegen einen großen Hang zur theologischen Streit-sucht hervor. Man hörte fast von allen Kanzeln nichts, als einEifern und Schelten gegen Andersgläubige. Man machte sich's