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streng übereinstimmend sein sollten. Wie hätten sie auch solchesvon Menschen begehren können, die von Gott verschiedene Gabenund Standpunkie auf Erden empfangen hatten? Vielmehr er-mähnte Paulus selbst seine Freunde zu Thessalonich, sich nichtbei dem zu beruhigen, was sie schon gehört und gelernt hatten,sondern ihre Einsicht in religiösen Dingen täglich zu erweitern.Prüfet, sagte er, prüfet Alles, und das Gute behaltet. (1. Thess.Z, 21.) Dennoch wird alles unser Wissen von göttlichen Dingennur Stückwerk bleiben. Anders denken wir als Kinder, andersals Männer. Wir sehen jetzt durch einen dunkeln Spiegel in eindunkles Wort, einst aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzterkenne ich es stückweise; einst werde ich es erkennen, gleich wieich erkannt bin.
Hätte ich aber auch wirklich von göttlichen Dingen alleWissenschaft, hätte alle Erkenntniß und allen Glauben, also,daß ich Berge versetzte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ichnichts! (1. Kor. 13, 1—12.) In demselben Geiste mahntePetrus, nicht stehen zu bleiben in dem, was wir erlernt haben,sondern mit Eifer im Glauben immer nach höherer Reinigungdesselben und damit zugleich nach größerer Heiligung des Ge-müths zu trachten. Wachset in der Gnade und Erkennt-niß unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi.(2. Petri 3, 18.)
Der Religionseifer der Christen nach den Zeiten, da sie überihren Glauben so furchtbare Kriege geführt hatten, äußerte sichauch besonders in strenger Beobachtung derjenigen äußerlichenFormen, durch welche sie sich von einander unterschieden. Siehatten sich im Grunde, wie schon gesagt, nicht über das Wesendes Christenthums, sondern mehr um die kirchlichen Formen,gestritten. Diese waren ihnen durch den langen Hader am Endeso wichtig, ja wichtiger als die Lehre Jesu selbst geworden. Obin den Kirchen Bilder stehen dürften, oder nicht; ob man heiliggeachtete Personen feierlich verehren dürfe, oder nicht; ob zurAndacht weckende Messen gehalten werden sollten, oder nicht;ob beim Genusse des Abendmahls nur das Brod oder der Weinausgetheilt werden müsse; ob sich das Brod oder der Wein beim