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um Länder und Grenzen und Anerkennung von Titeln* undWürden zu thun. Sowohl Katholiken als Reformirte, sowohlLuiheraner als mährische Bruder, und wie die Kirchcnparteienalle heißen mochten, hatten sich in ihrem Dasein und in ihrenRechten gegen einander behauptet. Alle hatten sich fester ge-gründet und bestanden von jener Zeit an ruhig neben einander.
Das waren die Erfolge der furchtbaren Kriege. Was dieMenschen anfangs wider einander gewünscht und erwartethatten, blieb unerfüllt. So geschah Gottes Wille, nicht vcrSterblichen Wille. So geschah es, daß eine Mannigfaltigkeitder Kirchen und religiösen Ueberzeugungen neben einander bisherfortbestand. Wie leicht wäre es dem Allmächtigen, dem Lenkerder Schicksale, gewesen, einer einzigen den vollendetsten Siegzu geben! Aber jene Mannigfaltigkeit in den Arten des Glau-bens und der Verehrung des Höchsten sollte fortbestehen, damitdie Freiheit der Geister und Gewissen sich erhebe, und eine Kirchedie andere wetteifernd zum Fortschreiten im Guten und Bessernreize. Ein gegenseitiges stilles Ringen der Kräfte führt zur Voll-kommenheit und vernichtet das Untaugliche. Die Welt hattelange genug erfahren, daß Stillstand geistiger Thätigkeit unterdem Machtgebot einer einzigen Kirche endlich zum Verderbender gesummten menschlichen Gesellschaft gereiche. Nur lebendigeWasser sind Brunnen des Heils; aus stehenden Sümpfen steigenKrankheiten und Seuchen.
Jene langwierigen und gräuelreichen Religionskriege, welcheden Sieg einer einzigen Glaubenspartei beabsichtigten, hattenalso die fortdauernde Trennung in der christlichen Kirche keines-wegs verhindert. War nun das so viel Mordens und Blut-vergießens werth gewesen? Wozu nun so viel Zerstörungen)so viel Schlachtfelder, so viel Jammer der Nationen?
Wahrlich, der Anblick des Elendes, welchen die Kriege derVölker gewähren, besonders wenn man die Gestalten des Uebelsnicht nur im Allgemeinen, sondc-rn im Einzelnen, in der Nothjeder Hütte, in den Thränen jeder Mutter, in den Schmerzenjedes Verwundeten, in den Seufzern jedes Sterbenden, in derVerzweiflung jedes Geplünderten, in der Angst jedes Bedrohten,