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7 (1837) Der Christ und die Ewigkeit
Entstehung
Seite
479
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zusehen, sondern als eine nothwendige Folge der Ungerechtig-keit der Herren und schauderhaften Verzweiflung des Volks.Empörungen, wie diese, lagen eben so wenig in der Absichtderjenigen tugendhaften Männer, welche zuerst auf Reinigungdes christlichen Glauben- drangen, und auf ein christlicheresLeben der Geistlichen und Weltlichen, als jene blutigen Kriegeund die Zerstörung Jerusalems und den Verfall des ganzenrömischen Reichs der Wunsch und Zweck unsers göttlichen Er-lösers waren, obwohl er alle Grauet, die nothwendig kommenmußten, voraussah. Das beste Mittel, den Aufwiegelungendes Volks, den bürgerlichen Unruhen, den Auflehnungen derDienstboten grgen ihre Oberherren vorzubeugen, gibt die heiligeSchrift selbst: Ihr Herren, was recht und billig ist,das beweiset den Knechten, und wisset, daß auchihr einen Herrn im Himmel habet.

Die christliche Religion, wie sie Jesus gab, welcher selbstdas Beispiel des ehrfurchtsvollsten Gehorsams gegen weltlicheObrigkeiten in seiner heiligen Person aufstellte, die christlicheReligion hebt keineswegs den Unterschied der Stände im bür-gerlichen Leben auf. Christus ließ die Reichen und Armen, dieHohen und Geringen in ihren Verhältnissen und Würden bcrstehin. Er empfahl selbst den meuterischen Juden seiner ZeitGehorsam gegen einen heidnischen Kaiser, welchem sie untrr-thänig waren. Er, obgleich der höchste Piicster Gottes aufErden, maßte sich kein Ansehen gegen Kaiser, Könige undFürsten an; wollte k.ine irdische Rechtsame, keine geistliche Ge-richtsbarkeit, wie sie nachmals hieß, die doch im Grunde nurweltliche Gerichtsbarkeit über geistliches Gut und kirchliche Per,soncn war. Nein, er erklärte vielmals: Mein Reich ist nichtvon dieser Welt, sondern ein unsichtbares. Wer unter meinenNachfolgern der vornehmste oder derjenige sein will, welchermeiner am würdigsten ist, der soll der Diener Aller sein. De-muth und Bescheidenheit verleiht in bcr Gcistcrwelt den höchstenGlanz; nicht bürgerliches Vorrecht, nicht Prunk in Gewän-dern und Titeln. Das Gottesreich ist durchaus nichts Äußer-liches, von dem man sagen kann, es ist hier, oder es ist da.