mit Anbetung erkannt: Sein Rath ist wunderbarlich undführet es herrlich aus.
Ungeachtet aller Gährungrn der Gemüther durch die Sehn-sucht nach Wiederherstellung des wahren Christenthums in seinerursprünglichen Einfalt; ungeachtet ganze Völkerschaften ihreStimmung deutlich genug gegen die herrschenden Mißbraucheder Kirche offenbart hatten; ungeachtet viele ehrwürdige undhoch angesehene Männer geistlichen Standes, aus Frömmigkeitoder bloßer Klugheit, wiederholt zu einer Verbesserung in kirch-lichen und Glaube>:ssachen gerathen hatten: war doch dafür nieetwas Ernsthaftes gethan worden. Ja, das damalige geistlicheOberhaupt der Christen zu Rom, an dessen Hofe Prachtaufwandund Wollust herrschten, bekümmerte sich ss wenig um dieSeufzer der Welt, und um den Willen der Weisem, daß esderselben spottete, und neuen Anlaß zu neuen Klagen gab. Unrseine Verschwendungen zur Verschönerung von Rom mit neuer?Gebäuden und Tempeln zu befriedigen, sandte der Papst Botenin die Länder aus, welche um das baare Geld Vergebung der-Sünden verkaufen mußten. Die Schamlosigkeit der Verkäufen 'des Ablasses ging so weit, daß einige sogar für die Vergebunggrößerer oder kleinerer Sünden öffentlich die verschiedenen Geld-preise bekannt machten. Dieser empörende und leichtsinnigeHandel mit den geistlichen Gnadengaben ward aber unter denrVorwand getrieben, damit das ewige Seelenheil der Menschenzu befördern. Ach, mann hat es auch der ruchlosesten Sachewohl jemals an einem scheinbar rechtlichen Vorwand gefehlt?Jeder Niederträchtige, so tiefer auch in Verderbthcit hingesunkensei, und welche Ungerechtigkeit oder Schalkheit er sich auch erlauben'möge, schämt sich doch, wo nicht der Schandthat, doch ihresschändlichen Namens.
Dieses unvorsichtige und schnöde Verfahren reizte in ver-schiedenen Ländern rechtschaffene Männer, laut dagegen znsprechen. Ihr Tadel fand nur von der einen Seite allgemeinenBeifall, von der andern Seite bei denen, welche sich dein Papstwerth machen wollten, heftigen Widerspruch. In diesen mischtensich noch von beiden Seilen persönliche Verhältnisse und Anlässe