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zur Erbitterung, welche den Kampf lebhafter machten. Die-jenigen, welche sich wider den Verkauf geistlicher Gnadengabenausgesprochen hatten, wurden durch den Ungestüm ihrer Gegneraufgebracht, damit verführt, weiter zu gehen, als es anfänglichihre Absicht gewesen sein mag. Alles, was ihnen in den bis-herigen Lehren und Uebungen der Kirche Irrthum oder Mißbrauchzu sein schien, deckten sie auf. Viele gelehrte Personen, baldganze Landschaften, auch Fürsten, stimmten ihnen bei. Was dagegen die bestehende Kirche und deren Lehrbegriff gesprochen ward,war ohne Zweifel längst schon die allgemeine, stille Ueberzeugunggewesen. Es hatten bisher nur Männer gefehlt, von denen dieseUeberzeugung öffentlich zur Sprache gebracht wurde. Im Zeit-raum weniger Jahre hatten sich ganze Nationen von der altenKirche losgesagt, und sowohl ihre gottesdienstlichen Gebräuche,als ihre Glaubenssätze geändert, um der ersten Einfalt desChristenthums näher zu kommen: andere, die noch im Schosseder Kirche blieben, strebten sich gleichfalls zu heben, — undnicht ohne Erfolg.
Die wenigen Männer, welche zu der großen Verbesserungaller Parteien der christlichen Kirche in unsern Wcltgrgendenden kühnen Anfang gemacht haben, wurden von ihren damaligenGegnern als Erzkctzer und Neuerer, als Werkzeuge des Satans,geschildert und verflucht, hinwieder von ihren damaligen An-hängern als Rüstzeugs Gottes, als ächte Boten des Evangeliumsgepriesen. Nun sind seitdem drei Jahrhunderte verflossen. Dererste wilde Grimm damaliger Partcisucht hat sich gelegt. Wir er-kennen nun, daß jene sogenannten Wicderherstellcr des wahrenChristenthums es allerdings in ihrer Art wohlmeintcn ; daß sienicht aus Nebenabsichten, sondern aus fester Ueberzeugung undLiebe der Wahrheit redeten und handelten. Sie hatten vonihren Schritten keinen Ruhm, sondern Fluch, keinen Reichthum,keine hohen Ehrcnstcllen zu erwarten, sondern setzten sich offenbarder schmählichsten Verfolgung und den Leiden eines mühseligenLebens, selbst Todesgefahren aus. Es war also nichts Irdisches,was sie bewegte, sondern ihr Gewissen und das Göttliche, welchemsie alle Ruhe ihres irdischen Lebens freudig opferten. Dadurch