gilt, als ihr vergänglicher Prunk. Es ist sehr natürlich, daßdiejenigen, welche sich nur ruhig und Wohlbefinden, so lange dieMenschen ihnen blindlings unterworfen sind, und sie schweigendverehren, die Aufklärung des Volks hassen und unterdrücken,weil es sie verdrießt, scharfe Beobachter und Beurtheilet ihrerHandlungen und ihres Werthes zu haben. Es ist sehr natürlich,daß diejenigen, denen eine gewisse Finsterniß zuträglich ist, inder sie nach Wohlgefallen schalten können, das Licht derOeffent-lichkeit scheuen, und die Freiheit beschränken, Gedanken undUrtheile durch Druckschriften zu verbreiten. Denn was kann dieNacht mit dem Tage, die Lüge und Heuchelei mit der Wahrheit,die Leidenschaft mit.der Tugend, die Begierde, über stummeKnechtschaft zu befehligen, mit der Liebe zur menschlichen Freiheit,das Irdische und Gemeinste mit dem Geistigen und Höchstengemein haben.
Es ist auch mehrentheils vergebliche Mühe, denen, die vonihrer Thorheit und Selbsttäuschung geblendet sind, den Spiegelder vergangenen Zeiten vorzuhalten, und ihnen zu predigen:Ringet nicht gegen die Wahrheit, sondern handelt also, daßihr nicht Ursache habet, ihr Gericht zu fürchten! — Sie wer-den in ihrem Stolze immerdar glauben, das Recht und dieWahrheit müsse auf ihrer Seite stehen, weil für den Augenblickdie Gewalt in ihrer Hand ist. Mit Hartnäckigkeit werden siedem Bessern des Allgemeinen widerstreben, weil sie dabei nichtihren Privatnutzen finden, und gegen die Stimme des ganzenVolkes taub bleiben, weil sie dieselbe nicht hören wollen, oderweil sie sich mit Selbstbetrug lieber einbilden, das sei nur Stimmeeinzelner Meuterer und neidischen Ehrgeizes weniger Personen.So rennen sie mit blindem Eigensinn dem Abgrunde zu, undbringen sich und ihre Nachkommen ins Verderben.
So unmöglich es nun einerseits ist, solchen Personen, denender Sinn und Muth für das Höhere des menschlichen Ge-schlechts abgeht, einen erhabenen gemeinnützigen Geist zu geben,so unmöglich ist es andererseits ihnen hinwieder, die Wahrheit,das Recht und die Geistesfreiheit zu unterdrücken. Denn esmangeln ihnen dazu die angemessenen Mittel — oder vielmehr