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ihrer Einkünfte zu thun. Sie behandelten die Religion als ihreStaatssache, die Kirche als ihr Staatsgut. Sie gaben sich mitAusbesserung äußerlicher Formen ab; aber das innere, rechteHeiligthum, der Glaube selbst, der durch so viel Aberglaubenund Spitzfindigkeiten und Irrthum entstellt war, blieb von ihnenunberücksichtigt. Sie wollten lieber das Volk in den Fesseln derGewohnheit und Unwissenheit erhalten. Sie konnten es sich nichtverbergen, daß ihre Hoheit nur auf der Menschen Unwissenheitberuhte; daß mit der Aufklärung des Volks ihr Reich leidenmußte. Nur dies wollten sie verhüten. Allein es war ihr Dichten -und Trachten eitel. ES sollte Licht werden. Gott waltete. DiePriester ahneten es nicht.
Selbst ihr Streiten unter einander, ihre Spaltungen, ihreAbsetzungen der Päpste entschleierten vvr den Augen der Weltdas Geheimniß von Verbrechen, die im Finstern getriebenwaren; schwächte die bisherige blinde Ehrfurcht der Fürsten undVölker vor den Päpsten; beleuchtete hin und wieder die bisherstaatsklug im Dunkeln gehaltenen Veranstaltungen kirchlichenBetrugs, um die Nationen im Joch der Priesterschaft und derKlöster zu erhalten; und brachte die Welt zum Nachdenkenund zur Frage: Was ist das Christenthum jetzt? Was wares sonst? Was lehren unsere Geistlichen? Und was hat Jesu-Christus selbst einst gelehrt? Welche Zeremonien, Gebräucheund Sakramente haben wir jetzt? Und welche hatten Christusund die Apostel gegeben und eingesetzt? — So wurden es alsodie Priester in der Wildheit ihres Hochmuths, ihrer Herrschgier,ihres gegenseitigen Hasses selber, welche zuerst ihr eigenes An-sehen vernichteten, und die bisherigen Ordnungen der Kircheals untauglich darstellten. So waren sie es selbst, welche eineallgemeine Verwandlung der Dinge und die Rückkehr zumwahren Christenthum vorbereiteten. Des Herrn Rathist wunderbarlich, und führet es herrlich aus.(Jes. 28, 29.)
Nun begann, was unvermeidlich war, der große Kampf umWiederherstellung des wahren Christenthums. Zu allernächstward das lasterhafte Leben der Geistlichkeit in und außer den