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lebte übrigens wie man wollte und wegen bürgerlicher Gesetzeund Ordnungen durfte. Wer Macht hatte, bekümmerte sichauch um diese nicht sehr.
Da war die Zeit gekommen, und eine verabscheuungswür-digere Zeit, als sich Paulus, der Apostel, gedacht haben mochte,als er sie dem Timoiheus ve> kündete — die Zeit, da sie die heil-same Lehre nicht mehr litten, sondern sich nach ihren eigenenLüsten eine Lehre schufen; da sie die Ohren von der Wahrhcirhinwegwendeten und sich zu den Fabeln kehrten.
Mit Schaudern nennt die Geschichte jener Zeiten die Thatender herrschsüchtigen Ungerechtigkeit, des empörenden Geizes, derblutigen Grausamkeit, der verschwenderischen Prachtsucht, derekelhaftesten Wollust, welche von den Häuptern der christlichenKirche ohne Scham und Scheu vollzogen wurden. Den Meistenwar um Gold Alles feil.
Nicht nur Kaiftr, Könige, Fürsten suchten diesem UnwesenSchranken zu setzen, sondern selbst der gemeine Mann klagteüber die Ungläubigkeit und Gottlosigkeit derer, die ein Musterheiligen Lebens sein sollten. Die Welt war an sich selbst irre.
Viele ehrwürdige, weise Glieder der Kirche eiferten dagegen:aber vergebens. Mancher fromme Priester, welcher aus GottesWort oder aus den Schriften der Kirchenvater die Erkenntnißdes Bessern erworben hatte, wurde für seine Kühnheit, mit derer die Laster der Geistlichkeit oder den Mißbrauch der Kirchestrafte, in die Kerker geworfen, aus der Gemeinschaft derChristes, aus dem Schoose der Kirche gestoßen, oder, weil erTugend predigte, als K-tzer des Todes würdig gefunden.— DieWelt lag abermals im Schattcn des Todes. Es war neue Er-lösung vonnöthen. Sie kam.
Sie kam durch Jesum Christum; sie kam durch GottesWort. Noch war es nicht untergegangen. Mittrn in der all-gemeinen Finsterniß strahlte das ewige Licht der Wahrheit. UndGott erhörte das Seufzen der Menschheit. Er war nahe, undrettete das Christenthum aus der tiefsten Schmach.