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Vater seinen Sohn, daß er die Welt aus ihrer Dersunkenhcit imtodten Vergänglichen wieder erhebe ins Leben, und sie erlöse vonden Banden des Irrthums und der Sünde, und sie frei mäheaus der Knechtschaft sinnlicher Begierden zur geistigen KindfchaftGottes, des Vaters Lee Geister. Diese Kindschaft der von derGewalt der Sünde und des Irrthums rrlösetcn Geister zu Gottist das Himmelreich, das Reich Gottes. Es ist aber dasselbe nichtetwas Sichtbares außer uns, sondern, weil eS geistig ist, un-sichtbar und in uns selber. Wer also, csts ein Gottcskind, daSGöttliche und Gute liebt, will und übt, ohne andere Absicht,als weil er selbst göttlicher Art ist und seiner hohen Würde treubleibt; wer, wie Gott, allen Menschen wohl will, keinen Menschen haßt, und lieber sich selber als Andern wehe thut; wer indiesen Gesinnungen das Irdische, und was es für die thierischeNatur Angenehmes oder Unangenehmes hat, weder allzuhochschätzt, noch allzusehr fürchtet: der ist in Jesu Geist und Nach-folge; der ist wahrhaft durch sein Licht erleuchtet, durch ihn zurGottheit hingeführt und vsm Tode erlöset.
Das wahre Christenthum besteht demnach in dem Glauben,daß wir durch Jesum Christum, das heißt, durch sein Wort,verklärt, geheiligt, des ewigen Vaters unsterbliche Kinder inseinem Weltall sind, geschaffen zur Seligkeit; doch muß dieserGlaube nicht ein bloßes Fürwahrhaltrn sein, sondern eine leben-dige Ueberzeugung. Die Ueberzeugung ist aber lebendig, wennsie in unser Leben eingeht und dasselbe in den größten undkleinsten Handlungen leitet; wenn sie uns treibt, weil wir GottesKinder sind, als höhere Wesen zu wirken, und nur unsern imGeist geoffenbarten Pflichten, nie aber den aus dem Fleischestammenden Begierden und Eingebungen, zu gehorchen. Sobesieht also die christliche Tugend in der Hoheit des unsterblichenGeistes über alle Neigung zum Schlechten und Vergänglichen;in der Freiheit und Heiligkeit des Willens gegen das, was anuns thierisch ist; in einer großen Scclenstärk,- gegen Leidenschaftaller Art, in Selbstüberwindung. Und Alles dies müssen wirhaben, aus Liebe zum Göttlichen und zu Gott. Darum ist dieLiebe das höchste Gut des Christenthums.